5 kritische Amazon FBA Fehler (und wie du sie vermeiden kannst)

5 kritische Amazon FBA Fehler (und wie du sie vermeiden kannst)

Selbst erfahrenen Private Lable Sellern auf Amazon passiert es, das Sie ein Produkt auswählen welches einfach nicht gut läuft. Stundenlange Produktrecherche, tausende von investierten Euro und jetzt verkauft das Produkt sich nicht vernünftig.

Amazon FBA bietet viele Chancen ABER du solltest nie vergessen das wir hier von einem echten Business reden und da passieren Fehler. Wenn du Glück hast nur ein kleiner Schluckauf weil du mal kurz out of Stock gehst oder falsch gelabelt hast, wenn du Pech hast bleibst du aber auch auf Ware sitzen und musst dir überlegen wie du diese am besten wieder liquidierst.

Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht und die häufigsten Fehler zusammengestellt um dir zu helfen diese zu vermeiden! Die Reihenfolge ist willkürlich denn je nachdem wie weit du auf deiner Private Label Journey bist kann dich jeder dieser Fehler stärker oder weniger stark treffen.

Warenbestand out of stock#1 Out of Stock

Vielleicht hast du schon mitbekommen wie mühsam es sein kann sich ein Ranking auf Amazon zu erobern. Mit viel Optimierung, PPC, einem vernünftigen Launch und anderen Methoden hast du es dann geschafft auf die erste Seite. Wow. Dein Produkt verkauft sich gut (besser als du dachtest) und plötzlich bist du out of Stock weil du nicht rechtzeitig nachbestellt hast. Als Folge davon verschwindet dein Listing komplett aus den Suchergebnissen, solange bis du wieder Ware auf Lager hast.

 

Was noch viel schlimmer ist, ist die Tatsache das du in vielen Fällen auch dein Ranking verlierst und nach dieser Phase quasi neu launchen musst. Das kostet Geld, Zeit und nerven. Aber wie konnte es soweit kommen?

Tipp: Natürlich ist es immer einfach zu sagen bestell doch mehr Waren, aber wenn du nur begrenzt Kapital hast ist das natürlich schwierig. Daher gibt es verschieden Tricks um eine Katastrophe zu verhindern.

  • Launche nur eine sehr geringe Menge, besorge dir eine handvoll Reviews und schalte PPC an. Falls du Verkäufe erzielst bestell eine größere Menge nach und launche vernünftig.
  • Achte auf deine Marge. Diese sollte groiß genug sein das du rechtzeitig nachbestellen kannst. So das du z.B. für jedes verkaufte Produkt 2-3 neue bestellen kannst. Hilfreich vorab ist da beispielsweise der FBA Rechner von Daniel .
  • Achte auf deine Lead Times und suche dir den Hersteller aus der am schnellsten liefern kann. Bei kleinerem Kapital und daher zu erwartenden Lager- Engpässen könntest du überlegen lokal in Deutschland oder Europa zu sourcen um die Lieferzeiten zu verkürzen.
  • Wenn dein Geschäft bereits läuft kannst du dir überlegen eine Kreditkarte zu nutzen und dir damit Zeit verschaffen oder in Raten zahlen. Das ist keine Dauerlösung aber für eine kurze Zeit machbar. (Achtung Zinsen etc., eher eine Notlösung!)
  • Verhandle deine “Terms” mit dem Supplier, also welche Zahlungsmethoden er akzeptiert und wann du zahlen musst. Relativ gebräuchlich ist eine Anzahlung von 30% und 70% erst bei Übergabe des Produktes an die Spedition. Wenn du eine längere Beziehung zum Supplier hast kannst du vielleicht sogar noch bessere Bedingungen aushandeln.

All diese Tipps sind natürlich kein Allheilmittel, aber vielleicht helfen sie dir ein Gefühl dafür zu bekommen was du tun kannst um nicht ausverkauft zu sein mit deinen Amazon FBA Produkten.

#2 Preiskampf

Egal was du tust oder in welcher Nische du unterwegs bist, begib dich niemals in einen Preiskampf. Wenn du recherchierst und findest ein interessantes produkt für 17,99€ aber alle anderen auf der Seite verkaufen für 11,99€ dann merkst du schon das die Masse der Verkäufe hier über den Preis geht. Du musst also deine Marge sehr genau im Auge haben oder noch besser nach einem anderen Produkt Ausschau halten.

Wesentlich vorteilhafter ist eine Differenzierung durch Dinge wie:

  • Verpackung
  • Logo
  • optimiertes Listing
  • Qualität
  • externen Traffic
  • usw.

Ein Preiskampf geht im Zweifel immer für alle Beteiligten schlecht aus. Sei einfach schlau und halt dich da raus, es gibt genug Nischen in denen man sehr komfortabel verkaufen kann ohne seinen Preis immer weiter senken zu müssen.

Umsatz Gewinn#3 Umsatz ist kein Gewinn

Mach nie den Fehler und unterschätze deine laufenden Kosten. Gerade als Einsteiger ins Amazon FBA Business ist es verlockend nur den Umsatz zu sehen und alles andere auszublenden. Viele amerikanische Blogs und Podcasts hauen dir Zahlen um die Ohren die im ersten Moment vielleicht beeindruckend klingen aber hey: 35.000$ Umsatz sind NICHT 35.000$ Gewinn netto auf deinem Konto.

Deine Marge muss so kalkuliert sein das du genau weißt was dir übrig bleibt, eventuell musst du auch einen Teilbetrag zurücklegen für später. Deshalb hat zum Beispiel Kevin seine FBA Level auch nach Gewinn sortiert und nicht nach Umsatz. Hier sind ein paar der Faktoren die du in deiner Kalkulation nicht vergessen solltest:

  • Recherche und Tracking Software
  • Rechnungserstellung
  • Amazon Pro Seller Account Gebühr
  • PLJ Pro Seller Kurs
  • Kosten für Wareneinkauf
  • Mehrwertsteuer (!)
  • Einkommenssteuer am Jahresende/ Anfang
  • Sozialversicherung (falls du selbstständig bist)
  • Angestellte/ Freelancer für Design, Kundensupport etc.
  • Anmeldung zum dualen System
  • Steuerberater

Es gibt also jede Menge wiederkehrende Zahlungen und auch einige größere Einmalzahlungen die du mit einkalkulieren musst. Natürlich ist das am Anfang schwierig aber wenn du dich mit erfahrenen Verkäufern austauschst und die einschlägigen Blogs verfolgst bist du schon ganz gut aufgestellt.

#4 Patente

Viele Produkte sind nicht geschützt und du kannst sie gefahrlos herstellen lassen unter deiner Eigenmarke. Es gibt jedoch auch Produkte die tatsächlich in Deutschland oder auch im Ausland bereits patentiert sind, da solltest du aufpassen. Den Chinesen ist es wirklich egal was sie dir verkaufen aber du kannst dafür verklagt werden und das kostet richtig Geld.

Für einen ersten Überblick kannst du folgendes nutzen

Falls du dir wirklich nicht sicher bist und Bedenken hast dein Produkt könnte patentiert sein hast du drei Möglichkeiten. Entweder du suchst ein anderes Produkt aus, beauftragst einen Anwalt das ganze zu überprüfen oder du findest den Patenthalter und kaufst ihm eine Lizenz ab. Egal für was du dich entscheidest, alles ist besser als eine illegale Raubkopie!

#5 Qualitätskontrolle

Einer der Fehler die wohl am häufigsten gemacht werden, ist der Verzicht auf eine Qualitätskontrolle nach der Produktion deiner Waren. Nur um ein paar hundert Euro zu sparen lohnt es sich nicht eine ganze Charge bestellter Artikel in schlechter oder unverkaufbarer Qualität zu erhalten. Auch wenn deine Muster in Ordnung waren bedeutet das weder das die produzierten Güter korrekt sind noch das sie heil in Deutschland bei Amazon ankommen.

Je nach Produkt gibt es ganz verschiedene Dinge auf die du achten solltest, einige davn können sein:

  • Kratzer
  • verwischter Logodruck
  • falsche Farben
  • falsche/ defekte Verpackung
  • Barcodes vertauscht
  • falsche Stückzahl
  • fehlende Kennungen wie z.B. CE Zeichen
  • Feuchtigkeit

Die Liste geht noch unendlich weiter. Wenn du eine Inspektionsfirma wie zum Beispiel Asia Inspection damit beauftragst bekommst du einen mehrseitigen PDF Bericht und kannst entscheiden ob die Ware durchgeht oder neu gemacht werden muss. Nach der Ankunft in Deutschland solltest du auch nochmal einen kurzen Blick auf deine Kartons werfen um zu checken ob es auf dem Transportweg Beschädigungen gab.

Fazit

Fehler lassen sich nicht komplett vermeiden und du solltest einfach versuchen daraus zu lernen. Eine gute Vorbereitung und ein paar Euro extra investiert können aber helfen das es sich nicht um Fehler von der Größe handelt die deinen Laden abschließen. Schau einfach zweimal hin, sprich mit anderen Verkäufern in deiner Nische und sei gründlich bei deiner Produktrecherche.

In diesem Sinne viel Erfolg und happy Sourcing!

Philip K.

Philip K.

Philip Kleudgen hat bis Juni 2017 den Blog auf privatelabeljourney.de geschrieben, wo er anderen Amazon Verkäufern hilft ihr Business auszubauen. Seitdem betreibt er amaclick.de wo er Amazon PPC Coaching und Dienstleistungen anbietet. Privat ist er Vater einer kleinen Tochter, VW Bus Fan und selbst begeisterter Amazon Verkäufer.


Related Articles

10 sinnvolle Alibaba Alternativen für Amazon FBA Sourcing

Gerade als Anfänger ist es oft schwierig heraus zu finden wo die eigentlichen Waren eingekauft werden können. Wer sich für

Amazon FBA ist tot.

Lang lebe Amazon FBA. Immer wieder bekomme ich Emails oder lese Kommentare in Facebook Gruppen wo jemand fragt ob sich

Du bist eingeladen: Die AMZCON & Private Label Days 2017

Endlich ist es so weit! Heute freue ich mich, dass endlich Schluss ist mit der Geheimniskrämerei ist. Es ist offiziell

1 comment

Write a comment
  1. Philipp
    Philipp 26 September, 2016, 17:16

    Hi Philip,

    ein weiterer Fehler ist, dass die Produktrecherche am Anfang unterschätzt wird. Man will schnell verkaufen und verkauft dann eben nicht so gut.

    MFG Philipp

    Reply this comment

Write a Comment

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*