5 Gründe warum FBA in Vollzeit eine schlechte Idee ist

5 Gründe warum FBA in Vollzeit eine schlechte Idee ist

Ich bin selbstständig. Vollzeit.

Klingt erstmal gut oder?

Dachte ich auch und hab den Schritt vor einem Monat gewagt.

Amazon FBA ist kein Allheilmittel und auch kein “reich-über-Nacht”-Modell (das war mir schon vorher bewusst da ich bereits seit anderthalb Jahren neben meiner Festanstellung online Handel betrieben habe).

Verlockend ist es natürlich trotzdem seinen Job zu schmeißen und der eigene Chef zu werden.

Als ich neulich bei Basti von Officeflucht auf einen super Artikel gestoßen bin der nochmal die guten und schlechten Seiten einer Selbstständigkeit beleuchtet wollte ich einfach meine Erfahrung aus den ersten 6 Wochen meiner neu gewonnenen Freiheit mit dir teilen.

Nicht um dir die Nase lang zu machen.

Nicht um rum zu heulen.

Einfach nur um auch mal ehrlich zu sein und zu zeigen warum es schlau sein kann den nervigen Job zu behalten oder zumindest nichts zu überstürzen.

5 Gründe warum du besser Angestellter bleibst

Na gut, es ist nicht alles schlecht. Ich bereue den Schritt auch nicht.

Aber du solltest gut darüber nachdenken was du tust und immer im Kopf haben WARUM du es tust.

#1 FBA macht nicht reich sondern arm (zumindest erstmal)

Okay, furchtbar traurig und wir sind hier eigentlich ein Blog der PRO Amazon FBA schreibt. Dennoch solltest du wissen das der Handel auf Amazon insbesondere verbunden mit China Import dich zu Beginn jede Menge Kapital kostet.

Du wirst tausende von Euros in die Hand nehmen müssen um vernünftig zu starten mit deiner neuen Selbstständigkeit. Da sind nicht nur der Wareneinkauf und der Versand sondern auch noch “Kleinigkeiten” wie Zölle, Anwaltskosten, Markenanmeldung, Firmeneintragung, Gewerbeanmeldung, Softwarekosten und vieles mehr. Da kommt schnell was zusammen.

Wenn du genügend Geld investieren kannst besteht immer noch ein Restrisiko das deine Ware sich einfach nicht verkauft. Ganz klarer Vorteil für einen Start neben dem Beruf: du hast keine (weniger) Kapitalsorgen und falls es nicht sofort läuft kannst du trotzdem essen und wohnen.

#2 Die 4 Stunden Woche

…kannst du vergessen. Ich habe selten in meinem Leben Phasen gehabt in denen ich so viel gearbeitet habe wie zu Beginn meiner Amazon FBA Karriere. Gut, denkst du jetzt, gebe ich halt meinen Job auf hab ich mehr Zeit. Falsch!

Wenn du mehr Zeit hast wirst du auch mehr arbeiten, mehr recherchieren, Angebote einholen und dir überlegen was du noch alles für Projekte zeitgleich anfangen könntest. Ich habe die verschiedensten Projekte laufen die teilweise FBA betreffen, teilweise aber auch nicht. Ich bin sicher dir würde da auch genug einfallen.

Stell dich also mal zu Beginn auf eine entspannte Arbeitswoche ein in der du dich zurück ins Büro wünschst. 60- 100 Stunden? Keine Seltenheit wenn du es ernst meinst und gerade erst startest. Den Teil mit den Cocktails am Strand musst du dir wohl für später aufsparen wenn deine VAs die Arbeit übernehmen und du dich als erfolgreicher Unternehmer zurück lehnen kannst.

#3 Endlich weniger Stress mit dem Chef

Ja das stimmt. Guter Punkt. Dein Chef wird dich in Ruhe lassen, du selbst allerdings machst dir mehr Druck als jeder andere. Ich habe immer im Kopf wie viel mir in dem Monat noch an Einnahmen fehlen um auf mein angepeiltes Netto zu kommen – vergiss nicht Umsatz ist kein Netto Einkommen.

Ein Sicherheitsnetz abgesehen von ein paar gesparten Euros oder eventuellen Restansprüchen auf Arbeitslosengeld hast du nicht. Das bedeutet dein Geschäft sollte besser laufen wenn du es behalten willst. Für mich persönlich ist das mehr Stress als wenn mein Chef mal zwei Überstunden verlangt für die ich sogar bezahlt werde.

Natürlich ändert sich das je länger du dabei bist, feste Abläufe, hilfreiche Tools und regelmäßige Einkünfte hast. Dennoch solltest du nicht denken das alles so entspannt ist wie manche Online Gurus es dir verkaufen möchten. Krankenversicherung, Buchhaltung, Hausmeistertätigkeiten und PC Support machst du in deiner neuen Firma übrigens auch erstmal selber in deiner “Arbeitszeit” oder es geht von deinem Netto ab.

#4 Der Mythos: von zuhause arbeiten ist super

Unter den richtigen Umständen kann es das sein. Manchmal nervt es aber auch nur. Zum Beispiel wenn du in einer viel zu kleinen Mietwohnung wohnst und dich mit einem Laptop aus dem heimischen Schlafzimmer durchschlägst weil du dir kein eigenes Büro leisten kannst oder nicht wolltest weil du gedacht hast von zuhause arbeiten sei super.

Der Moment in dem deine Kinder nach dir rufen weil sie genau wissen wo du sitzt oder einfach mal vor deiner Tür lautstark mit dem neuen Auto Teppich spielen. Der Hund bellt jedes Mal wenn der Postbote die neuen Samples bringt, deine Frau wollte dich “nur mal kurz” fragen was du morgen essen möchtest und wann du endlich den Rasen mähst.

Manchmal hat so ein Tag im Büro mit den Kollegen doch Vorteile.

#5 Ich hab jetzt eine eigene Firma

Von diesem Satz hast du schon lange geträumt. Mit deinen ganzen Ersparnissen hast du endlich eine UG gegründet und die Urkunde auf Facebook gepostet damit es auch der letzte Freund von früher noch mitbekommt. Toll.

Was genau machst du eigentlich?

Diese Frage kommt öfter als du denkst. Schwierig wird es dann das dem interessierten Laien zu erklären. Du verkaufst als Sachen aus China online und bist den ganzen Tag nur zuhause? Die häufigste Reaktion hier ist eine Mischung aus Misstrauen, Neid und “Ich versteh nur Bahnhof”.

Natürlich gibt es auch Menschen die sich für dich freuen, dich loben oder am liebsten mit einsteigen wollen. Gerade zu Beginn fehlt den meisten hier aber die Souveränität ganz entspannt zu erklären das sie gerade eine eigene Marke aufbauen und damit die Welt erobern.

Das passiert dir als angestellter Versicherungskaufmann, Bäckereifachverkäuferin oder Postbote nicht.

Vollzeit FBA ja oder nein?

So leicht lässt sich das nicht beantworten da es für jeden individuelle Gründe gibt die dafür oder dagegen sprechen. Ich für meinen Teil liebe es trotz der ganzen Nachteile die es mit sich bringt. Warum?

  1. das Potential ist riesig und ich kann wesentlich mehr Geld verdienen als in meinem alten Job wenn ich es ans laufen kriege
  2. ich tue genau das was ich liebe und bin tätig in einer Nische die ich mir selber aussuche genau wie jedes einzelne Produkt
  3. zeitlich und bin ich nur wenig gebunden und kann die meiste Zeit frei bestimmen was ich arbeite und wann so bleibt mir Zeit für Freunde und Familie (keine festen Arbeitszeiten 9-5)
  4. mit der Zeit skaliert das Business und VAs oder Angestellte können die unangenehmen Aufgaben übernehmen, so bleibt für mich nur der interessante Teil den ich auch machen möchte
  5. neben FBA kann ich auch andere Geschäftsmodelle ausprobieren die mich interessieren und mich so verwirklichen und ein Stück weit absichern falls Amazon mir mal den Hahn abdreht. Arbeitgeber hat man in der Regel nur einen und wenn der mich nicht mehr will bin ich raus!

Du siehst es gibt mehr als genug Gründe die dafür sprechen sich selbstständig zu machen. Ich selbst habe schon lange davon geträumt, wollte dich hier aber in Zeiten von digitalem Nomadentum und glorifiziertem online Marketing einfach mal zurück auf den Boden holen.

Also: Kopf an und “Hustle” wie es neudeutsch so schön heißt. Viel Erfolg mit deiner Selbstständigkeit!

Philip K.

Philip K.

Philip Kleudgen hat bis Juni 2017 den Blog auf privatelabeljourney.de geschrieben, wo er anderen Amazon Verkäufern hilft ihr Business auszubauen. Seitdem betreibt er amaclick.de wo er Amazon PPC Coaching und Dienstleistungen anbietet. Privat ist er Vater einer kleinen Tochter, VW Bus Fan und selbst begeisterter Amazon Verkäufer.


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4 comments

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  1. Lonesome Walker
    Lonesome Walker 1 March, 2017, 13:32

    Danke für den kritischen und offenen Artikel, läßt sich wieder prima auf Facebook den ganzen “ich werde reich”-Kindern als Antwort posten.

    Reply this comment
  2. Patrik
    Patrik 2 March, 2017, 18:22

    Respekt! Und viel Erfolg! Ich wünsche Dir, dass Du 10x so viel verdienst, wie in Deinem alten Job! Viele Grüße aus Saarbrücken. P. Jung

    Reply this comment
  3. Herbert
    Herbert 2 March, 2017, 21:16

    Viel Erfolg auch von mir, Philip.

    …und bitte weiter berichten, wie deine Reise verläuft! 🙂

    Viele Grüße, Herbert

    Reply this comment

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