Anzeigen Setup in 5 Minuten: Amazon PPC (Teil #2)

Anzeigen Setup in 5 Minuten: Amazon PPC (Teil #2)

Gerade zu Beginn deiner Private Label Journey ist es verlockend als neuer Amazon Verkäufer den Stellenwert des Amazon PPC Programmes zu unterschätzen.

Dabei kann es von entscheidender Wichtigkeit sein.

Amazon PPC kann dich bei einem Launch unterstützen, Rankings generieren und halten, schwer verkäufliche Ladenhüter absetzen oder im Optimalfall sogar eine ganze Menge Profit durch zusätzliche Verkäufe generieren.

Bevor du dich auf Google AdWords oder die beliebten Facebook Ads stürzt solltest du also das hauseigene PPC im Griff haben.

Dafür stellen wir dir heute ein paar einfache Strategien vor um mit kleinem Risiko und großem Effekt durchzustarten.

Einmal aufgesetzt kannst du mit nur 5 Minuten Überwachung und copy/ paste Aktionen am Tag schon sehr viel erreichen.

Amazon PPC Basics

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Kampagnen zu starten die verschieden schwierig aufzusetzen und auszuwerten sind.

Für alle Varianten gilt, dass es sinnvoll ist 7-14 Tage zu warten vor endgültiger Auswertung da Amazon die Verkäufe und Impressionen erst verspätet aktualisiert.

Natürlich können sehr teure Keywords auch vor den 14 Tagen bereits abgeschaltet werden um Zusatzkosten zu vermeiden.

Als Faustregel sollte jedes Keywords vor Abschaltung mindestens 10 Klicks haben oder sehr viele Impressionen um Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Hier ist eine Übersicht einiger Kampagnen die du aufsetzen könntest zum Start:

Auto Kampagne

Bei dieser PPC Kampagne suchst du nur das Produkt aus und legst dein Gebot fest, den Rest übernimmt Amazon.

Deine Produkte werden also für Suchwörter angezeigt die Amazon für relevant hält, ohne das du darauf Einfluss hast.

Später kannst du die Ergebnisse der Auto Kampagne dann in manuellen Kampagnen weiter ausbauen.

Fazit:

+ einfach zu bedienen

+ Amazon findet Keywords die du evtl. übersehen würdest

wenig Optimierungspotential 

Autosuggest Kampagne

Eine weitere Möglichkeit ohne viel Keyword Recherche dein PPC auszubauen ist eine Autosuggest Kampagne.

Füge dazu einfach in einer ganz neuen manuellen Kampagne die Suchwörter ein, welche Amazon dir anbietet bei der Eingabe.

Suggested_Keywords

Ähnlich wie bei der Auto Kampagne sind dies Wörter von denen Amazon denkt sie seien relevant, also definitiv einen Versuch wert.

Fazit:

+ einzelne Keywords können jederzeit gestoppt oder hinzugefügt werden

+ keine Recherche nötig

+ exakt, phrase oder broad möglich

manchmal werden kaum oder nur wenig Keywords vorgeschlagen

Manuelle Kampagne

Die manuelle Kampagne ist die Königsklasse der Amazon PPC und bietet durch die größte Flexibilität auch das größte Umsatzpotential.

Hier fügst du alle Keywords in beliebiger Menge selber hinzu und entscheidest damit ob du eine breite Sicht generieren willst mit hunderten von Keywords oder nur deine Top Seller in einer kleinen “exakt Match” Kampagne zum laufen bringst.

Durch verschiedene Einstellmöglichkeiten kann der Erfolg stark variieren, du solltest also wenigstens grob wissen was du da tust oder mit deiner Kampagne bezwecken möchtest.

Fazit:

+ sehr flexibel& skalierbar

+ beliebig viel/ wenig Keywörter

+ exakt, phrase oder broad möglich

schwieriger zu bedienen da du Keywords selber generieren musst

mehr Arbeit/ Zeitaufwand

Grundsätzlich beschränken sich die Möglichkeiten in einem Sellercentral Account auf diese Kampagnen.

Solltest du glücklicher Besitzer eines Vendor Account sein, gibt es weitere Möglichkeiten für PPC die den Rahmen dieses Artikel sprengen würden.

Effektiver Einsatz der PPC Kampagnen

Wenn du dein Amazon PPC von null startest macht es Sinn mit den einfachen Methoden zu starten.

Das heißt du gehst der Reihe nach vor.

Schritt #1

Die automatische Kampagne. Lege für jedes Produkt eine eigene an und setze das Gebot von dem du denkst es macht Sinn.

Reduziere am besten nicht die Klickpreise sondern gib jeder Kampagne ein Tageslimit. Das gilt auch für manuelle Kampagnen.

Auf diese Weise werden die Suchwörter optimal angezeigt und du gibst dennoch nur eine begrenzte Summe am Tag aus.

Nach circa einer Woche schaust du dir die Kampagne nochmal an und ziehst dir den Auswertungsbericht von Amazon.

Schritt #2

Füge alle Keywords die nicht effektiv sind als Negativkeywords in die auto Kampagne ein.

Achte darauf das “exakt” eingestellt ist da auch ähnliche Keywords eine ganz andere Conversion Rate haben können.

Schlechte Suchwörter die am Thema vorbei gehen, wie etwa “blau” obwohl dein Produkt rot ist, kannst du als negativ “phrase” einfügen.

Nach und nach sollte dein ACOS also die Kosten deiner PPC Kampagnen dadurch deutlich sinken.

Schritt #3

Die gut laufenden Keywords deiner automatischen Kampagne kannst du jetzt in manuelle Kampagnen übernehmen.

Kopiere die effektivsten Wörter oder Teilsätze aus der Auswertung heraus (wesentlich unkomplizierter zu finden& kopieren in Marketplace Analytics* Dashboard) in eine eigene Kampagne mit der Einstellung “broad”.

Auch hier kannst du nach ein paar Tagen dann wieder negative Keywords hinzufügen um deinen ACOS zu senken.

Die ursprüngliche auto Kampagne lässt du (falls sie nicht zu teuer wird) am besten parallel weiterlaufen.

Schritt #4

Jetzt konzentrieren wir uns auf die “broad” Kampagne und kopieren alle gut laufenden Keywords in eine neue “phrase” Kampagne.

Wenn diese Wörter jetzt immer noch gut laufen bedeutet das für gewöhnlich geringere Kosten als vorher.

Auch hier nicht vergessen bereits bekannte negative Schlüsselwörter einzufügen.

Schritt #5

Exakt wie Schritt #4 nur das du jetzt eine “exakt” Kampagne machst in die du gefühlte “Winner-Keywords” einfügst.

Je nach Produkt, Nachfrage und Konkurrenz könnte diese Kampagne sehr gut laufen aber vielleicht auch nur wenig Klicks generieren.

Wenn du all diese Dinge beachtet hast bist du schon ein gutes Stück weiter als viele deiner Konkurrenten.

Zusätzliche Amazon PPC Tipps

Nachdem die Basics erledigt sind kannst du laufend weiter optimieren aber auch neue Kampagnen hinzufügen.

Ein Klassiker ist den Google Keyword Planer zu bemühen um neue Keywords zu erhalten und gleich hunderte in eine neue Kampagne (broad) eizufügen.

Anschließend folgt wieder Schritt #1- #5 um die Kosten im Rahmen zu halten.

Wiederhole das mit diversen Keyword Tools und du erhältst über die Zeit ein gut ausgebautes Netz an PPC Begriffen auf die du effektiv und günstig bieten kannst.

Positioniere dich vor der Konkurrenz

Mit den oben angeführten Taktiken kannst du dich gut absetzen von deinen Konkurrenten und selbst andere FBA Seller ausboten.

Weitere Kampagnen könnten zum Beispiel falsche Schreibweisen oder Namen von konkurrierenden Marken sein.

Bei manuellen Kampagnen gibt es seit einiger Zeit auch die Option Gebot+, welche es Amazon erlaubt automatisch dein Gebot um 50% zu erhöhen falls eine Anzeigenposition ganz oben möglich ist dadurch.

Amazon PPC Gebot+

Wenn du dich entscheidest diese zu aktivieren, solltest du die Kampagne eng überwachen um nicht im nachhinein festzustellen das der Effekt wenig die Kosten aber viel waren.

Keywords die im Titel vorkommen werden bei Amazon PPC am stärksten berücksichtigt und Anzeigen dafür tendenziell häufiger geschaltet.

Umgekehrt solltest du dein Listing optimieren falls du Verkäufe generierst für Keywords im PPC die du nicht oder nur beiläufig im Listing drin hast.

Im nächsten Teil sprechen wir über fortgeschrittene Taktiken die du austesten kannst um dein PPC wirklich bis ins Detail zu optimieren.

Bis dahin probier es mal mit den angesprochenen Möglichkeiten und du solltest erste Erfolge in relativ kurzer Zeit sehen.

Philip K.

Philip K.

Philip Kleudgen hat bis Juni 2017 den Blog auf privatelabeljourney.de geschrieben, wo er anderen Amazon Verkäufern hilft ihr Business auszubauen. Seitdem betreibt er amaclick.de wo er Amazon PPC Coaching und Dienstleistungen anbietet. Privat ist er Vater einer kleinen Tochter, VW Bus Fan und selbst begeisterter Amazon Verkäufer.


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7 comments

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  1. setscho
    setscho 10 May, 2016, 13:37

    Großes Merci!!! Genau was ich gesucht habe, da ich mir mit der Kampagnen/Anzeigengruppen Struktur nicht sicher war!

    Reply this comment
    • Philip K.
      Philip K. Author 11 May, 2016, 08:09

      Hey Setscho,

      freut mich das der Artikel hilfreich für dich war. Viel Erfolg!

      Reply this comment
      • setscho
        setscho 11 May, 2016, 15:24

        Kurze Frage…hättest du vielleicht ein Rechenbeispiel, wie man den “CPO”/ oder ähnliches für die Verkäufe der gesponserten Produkte ausrechnen könnte. Wäre ne super Hilfe!!!

        Reply this comment
  2. farmser
    farmser 2 September, 2016, 23:59

    Tolle Seite mit vielen wertvollen Tipps. Trotzdem stelle ich mir die Frage wie Amazon im PPC mit Groß-und Kleinschreibung, Singular und Plural, Umlauten, Sonderzeichen wie ß oder ss (Beispiel Fußbodenheizung) sowie Leerzeichen (Beispiel 230V oder 230 V) umgeht. Müssen alle möglichen Varianten eingegeben werden oder kann z.B. das – genutzt werden.

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    • Gil
      Gil 6 September, 2016, 08:54

      Die Schreibweise muss tatsächlich beachtet werden, an dieser Stelle ein interessanter “Trick” um eventuell auf Schreibfehler zu zielen 🙂

      Reply this comment
  3. Thomas
    Thomas 9 September, 2016, 09:26

    Hey danke für den Artikel. Frage mich allerdings warum bei Schritt #3 die gut laufenden Keywords erneut in eine broad Kampagne gepackt werden. Die sind doch schon in der auto Kampagne broad eingestellt oder?
    Danke euch!

    Reply this comment
    • Philip K.
      Philip K. Author 18 September, 2016, 12:40

      Di Auto Kampagne musst du komplett einzelnd betrachten. Nicht alle Keywords die dort gut laufen funktionieren auch in einer manuellen Kampagne. Einfach mal ausprobieren 😉

      Reply this comment

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