Produktrecherche ohne Tools – Ja, das geht!

Produktrecherche ohne Tools – Ja, das geht!

Amazon Produktrecherche ist ein großes Thema das bereits auf vielen Blogs und in vielen Podcasts von allen Seiten beleuchtet wurde. Es gibt dennoch neben den “klassischen” Methoden viel Ansätze die eher weniger verfolgt werden aber dennoch sehr erfolgreich sein können.

Besonders zu Beginn deríner Private Label Journey wird dir die Auswahl neuer Produkte und Nischen schwer fallen, mit der Zeit bekommst du dann ein Gefühl dafür welche Artikel laufen könnten. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Private Label Business Modellen. Entweder du suchst dir eine Nische und breitest dich dort aus oder du analysierst einzelne Produkte und launchst streng nach Konkurrenzanalyse und BSR only.

Ich persönlich bevorzuge das Nischenmodell, das ist jedoch reine Geschmackssache. Daher stelle ich heute ein paar Ideen vor mit denen du neue Produkte findest oder ergänzende Produkte in deiner Nische launchen kannst.

#1 Die PPC Methode

Diese Art der Recherche ist sinnvoll falls du bereits dein erstes Produkt gelauncht hast und jetzt deine Produktpalette in dieser Nische erweitern möchtest. Dafür nutzen wir deine laufenden PPC Kampagnen. Es spielt auch keine Rolle ob du automatisches Targeting oder manuelle Keywords gewählt hast, Hauptsache du hast bereits mehrere tausen Impressionen oder sogar Klicks generiert. Bei ganz neuen PPC Kampagnen wird diese Recherche Methode vermutlich nicht funktionieren.

Rufe dir im Seller Cemtral die Seite Berichte> Werbungsberichte> Suchbegriffbericht auf. Dort lädst du dier die aktuellen Berichte der letzten Wochen herunter. Dieser Bericht zeigt dir was deine Kunden in Amazon eingegeben haben um deine Produkte zu finden – das sind nicht nur die Keywords auf die du in PPC als broad oder phrase bietest!

Schnell wirst du beim durchschauen merken das einige dieser Suchwörter nicht auf dein Produkt passen. Genau das ist deine Chance ein neues Produkt zu finden das du launchen kannst. Entweder als Variante oder komplett alleine. Beispiele von Wörtern die dort auftauchen sind

  • Herzform
  • Star Wars
  • Metall
  • Aluminium
  • blau
  • XXL
  • mini
  • 2er Pack

Das ist nur eine kleine Auswahl an Suchwörtern die mir schon begegnet sind. Was kannst du daraus schließen für deine Produktrecherche?

Die Kunden wollen dein Produkt in anderen Materialien, Verpackungsgrößen oder auch anderem Design. Vielleicht kannst du diese Varianten sogar bei deinem aktuellen Hersteller sourcen, einfacher geht es kaum. Überprüfe anhand einer manuellen Recherche nochmal den BSR und die Nachfrage einer solchen Variante und schon hast du ein neues Produkt gefunden.

#2 Related Products

Ebenfalls eine simple Methode die du ohne Tools ausführen kannst ist die Suche nach ähnlichen oder ergänzenden Produkten. Gehe auf die Produktseite deines Bestsellers oder eines deiner Konkurrenten und sieh dir an für welche Produkte PPC Werbung geschaltet wird oder was unter “Kunden kauften auch” erscheint.

Amazon Kunden kauften auch

In unserem Beispiel mit den Anglerstiefeln würden sich gleich mehrere Produkte für FBA anbieten. Sowohl die Stiefelsocken, die Wirbel als auch die Tasche wären durchaus machbar.  Natürlich musst du auch hier immer die Nachfrage nochmal überprüfen.

#3 USA Markt

Du bist nicht sicher welche Produkte gut laufen oder suchst etwas das noch nicht so häufig in Deutschland auf Amazon vertreten ist? Dann guck dich auf den anderen Marktplätzen um. Aktiviere dein Jungle Scout oder nutze andere Tools und schau dich auf Amazon.com um. Die USA sind in Punkto Trends häufig ein paar Monate voraus und du kannst vielleicht interessante Produktideen finden.

Wenn du bereits eine Nische hast gibt es dort vielleicht auch passende Produkte die bei uns noch gar nicht auf dem Markt sind.

Produktrecherche Amazon USA

Unter dem Stichwort Fishing Boots habe ich gleich beim ersten angeklickten Produkt zwei Ideen gefunden. Sowohl die Handschuhe als auch der Wadenschutz im Bild oben wurden mir auf dem deutschen Marktplatz nicht angezeigt. Beides könnten dennoch interessante Amazon FBA Produkte sein sowohl vom Preis und der Größe als auch vom Sourcing her.

#4 Online Shops

Etwas altmodisch aber immer noch hilfreich ist auch die Konkurrenzanalyse. Was für andere gut läuft kann auch für dich interessant sein. Vergiss dabei nie das dein Business nicht Amazon heißt sonder Handel. Das bedeutet du kannst auch woanders verkaufen – deine Konkurrenz tut es auch. Genau das nutzen wir für unsere Produktrecherche.

Eine schnelle Google Suche bringt zum Beispiel dieses Ergebnis:

Angel Shop

Jetzt hast du eine Vielzahl an Infos direkt auf einen Blick. Du siehst welche Produkte der Händler gerne verkaufen möchte da er sie auf der Homepage bewirbt. Zusätzlich kannst du direkt sehen zu welchen Preisen.

Außerdem kannst du dich durch die Kategorien klicken und sehen was er sonst noch anbietet. Da es sich um einen online Händler handelt ist die Wahrscheinlichkeit groß das die Produkte FBA freundlich also einfach zu versenden sind.

#5 Deine Community

Als letztes möchte ich dir noch einen Tipp geben der eigentlich auf der Hand liegt aber dennoch oft unterschätzt oder gar nicht genutzt wird. Deine Community und dein Kunden.

Wenn du schon eine Weile unterwegs bist hast du vielleicht eine Fanpage, eine Mailing Liste oder eine Facebook Gruppe die du nutzen kannst. Falls nicht sei aktiv in Foren oder Gruppen die zu deinem Thema passen und nicht dir gehören. Hier solltest du sehr schnell ein Feedback bekommen welche Produkte gewünscht sind oder nicht.

Sei kein Spammer sondern biete einen Mehrwert und frage die Community welche Probleme sie hat. Anschließend finde heraus mit welchem Angebot du das Problem lösen kannst.

Facebook Umfrage

Schon eine simple Facebook Umfrage kann dir in der richtigen Gruppe viel gutes Feedback geben um dein business in Zukunft darauf auszurichten. Wichtig ist das du vorher auch einen Mehrwert geliefert hast in der Gruppe und es nicht wie Werbung rüber kommt.

Fazit

Egal für welche dieser Methoden du dich entscheidest oder ob du vielleicht eine Kombination daraus nutzt, Produktrecherche bedeutet Hustle. Und zwar immer.

Es gibt keinen einfachen Weg wo dir jemand das goldene Produkt hinwirft und sagt “Mach du das, ich hab kein Interesse.”. Es wird mit der Zeit und der Erfahrung einfacher aber du wirst sehen es kostet dich immer entweder Zeit und Müher oder Geld zwecks outsourcing um neue Produkte zu finden. Florian Berger postet immer mal wieder Ideen auf seiner Facebook Seite und bietet teilweise auch diese Dienstleistung an.

Grundsätzlich empfehle ich aber jedem FBA Verkäufer gerade am Anfang die ersten Produkte selbst zu recherchieren um ein Gefühl dafür zu bekommen was der Markt will und was nicht. Viel Erfolg beim Sourcing!

Philip K.

Philip K.

Philip Kleudgen hat bis Juni 2017 den Blog auf privatelabeljourney.de geschrieben, wo er anderen Amazon Verkäufern hilft ihr Business auszubauen. Seitdem betreibt er amaclick.de wo er Amazon PPC Coaching und Dienstleistungen anbietet. Privat ist er Vater einer kleinen Tochter, VW Bus Fan und selbst begeisterter Amazon Verkäufer.


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2 comments

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  1. Bernd
    Bernd 4 August, 2016, 23:23

    Moin Philip,

    eine Erweiterung Deiner Methode #2 “Related Products” ist hier vergessen worden:

    Wenn Du für die Gummistiefel einen Lieferanten hast und es mit ihm gut läuft, dann schau Dir doch auch mal an, was dieser Lieferant noch so drauf hat. Vielleicht macht er noch andere Arten von wasserfesten Schuhen, auf die man so garnicht gekommen wäre.

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