Coolere Fotos zahlen sich aus!

Coolere Fotos zahlen sich aus!

Wenn du bei Amazon einkaufst, suchst du per Stichwort zuerst nach deinem gewünschten Produkt. Und sobald eine Auswahl für dich angezeigt wird, fällt dein Blick mit Sicherheit als nächstes auf die Fotos. Und genau die sind es, die dich dazu bringen auf ein bestimmtes Produkt zu klicken.

In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar Tips und Tricks vorstellen, wie du mehr Kunden durch super Fotos bekommst.

Fotos optimieren – ja! Aber wie?

Um dein Produkt auf Amazon vorzustellen, stehen dir meist 7 Fotos zur Verfügung. 7 Mal die Chance also, einen guten Eindruck beim potentiellen Kunden zu hinterlassen. Diese Chancen mußt du alle geschickt nutzen!

Fangen wir gleich mal beim Hauptfoto an, denn zusammen mit Preis, Titel und Bewertungen ist es maßgebend dafür, ob dein Produkt überhaupt angeklickt wird oder nicht. Für das Hauptfoto gibt es bestimmte Anforderungen. An die solltest du dich auch auf jeden Fall halten, wenn du nicht riskieren willst, dass Amazon dein Produkt sperrt.

Zur Erinnerung die wichtigsten Daten fürs Hauptfoto (aus: Amazon Style Guide für Fotos):

  • Produkt muss korrekt dargestellt sein und mit dem Titel übereinstimmen
  • Einzig das Produkt, das verkauft wird, mit wenigen oder keinen Requisiten darf dargestellt werden
  • Das Produkt mit allen seinen Funktionen muss deutlich sichtbar sein
  • Reinweißer Hintergrund
  • Das Produkt muss mindestens 85% der gesamten Bildfläche füllen
  • Professionelle Fotografie des tatsächlichen Produkts (Grafiken, Abbildungen, Nachbildungen oder Platzhalter sind nicht zulässig)
  • Bilder müssen eine Auflösung von mehr als 72 dpi haben
  • Bilder sollten auf der längsten Seite mindestens 1 000 Pixel groß sein. Die längste Seite des Bildes darf nicht kleiner als 500 Pixel sein.
  • Formate JPEG (.jpg), TIFF (.tif), oder GIF (.gif). JPEG ist jedoch das bevorzugte Format

Verboten:

  • unscharf, verschwommen oder verpixelt
  • Bild mit gezackten Kanten oder durch Rahmenkanten abgeschnitten
  • Zubehör, das nicht mit dem Produkt versendet wird
  • Requisiten, die beim Kunden falschen Eindruck erwecken können
  • Text, der nicht Bestandteil des Produkts ist
  • Logos, Wasserzeichen und Bilder im Bild
  • verschiedenen Ansichten desselben
  • Schaufensterpuppe – außer bei Strümpfen oder Socken
  • Ggf. stehendes Modell (nicht sitzend, knieend, sich beugend, liegend oder ähnliches)
  • Keine Verpackung und ohne Markenetiketten (Ausnahme Strümpfen oder Socken)
  • Nacktheit
  • Vorsicht bei Kleidung: Hier gelten besondere Regeln. Um die genauen Vorschriften zu kennen, die Richtlinien in der jeweiligen Rubrik nachlesen

Wie du innerhalb dieser Rahmenbedingungen dein Produkt gegenüber allen anderen Angeboten hervorheben kannst, schauen wir uns mit Hilfe von ein paar Beispielen an.

Nehmen wir zuerst wieder einmal als Beispiel die Anglerstiefel und suchen nach geeigneten Requisiten oder Ideen, sie anders darzustellen, als die Konkurrenz. Ein paar dezente Hilfsmittel sind im Hauptfoto nämlich erlaubt. Zunächst müssen wir uns also überlegen, was für Eigenschaften Anglerstiefel haben. Sicherlich sind sie wasserdicht, robust, bequem, mit rutschfester Sohle, vielleicht sind sie besonders hoch. Weitere Stichworte zu Anglerstiefeln können sein: Natur, Wasser, Fische, Spaß, Entspannung, Eimer, Angel.

Ein Foto von Anglerstiefeln wird interessanter, wenn man sie mit Wasser besprüht, sodass die Tropfen sichtbar sind. Damit ist bildhaft dargestellt, dass sie wasserdicht sind. Bereits diese kleine Veränderung kann schon zum Blickfänger werden.

Etwas professioneller kann man das Ganze mit Hilfe von Tools wie Affinity-Photo (Mac, Windows, iPad; Kosten ca. 50,-€ ) gestalten. Wer etwas Zeit investieren will, um das Programm kennen zu lernen, findet auf Youtube viele hilfreiche kostenlose Anleitungen. Damit kann dann ein einfaches Paar wasserfester Schuhe sogar in eine solche Wasserpfütze “gesetzt” werden:

Zu unseren Anglerstiefeln kehren wir später noch einmal zurück. In den folgenden Beispielen betrachten wir zunächst unterschiedliche Produkte, um Anregungen zu finden. Es ist hilfreich, Produkt-Listen durchzugehen und dabei darauf zu achten, bei welchem Foto man selbst hängen bleibt. Überlege dir dann, was anders ist und warum dir dieses Bild aufgefallen ist.

Die Verkäufer dieser Zitronenpressen, hier unten im Bild, haben sich beide Mühe gegeben: Der eine verwendet Zitronen als Requisite, der andere stellt sein Produkt in Funktion dar. Bei beiden Produkten wird unsere Vorstellungskraft angeregt. Die gelben Zitronen im ersten Bild vermitteln eine frische Stimmung und im zweiten Foto ist schön dargestellt, wie der Saft aus der Presse fließt. Die Bilder wirken lebendiger und bei längerem Betrachten regen sie sogar den Speichelfluss an. In diesem Beispiel ist auch gut sichtbar, wie das Hauptfoto des gleichen Produkts auf unterschiedliche Weise verändert werden kann.

 

 

Auch im nächsten Beispiel hatte der Verkäufer eine gute Idee: Er hat einen Hauch von Natur in das Bild seines Ventilators integriert. Frische und angenehme Luft wird suggeriert und somit wird das Produkt erlebbarer gemacht.

 

 

Der Verkäufer eines Beistelltischs hat mit ein paar brennenden Kerzen eine angenehme Atmosphäre geschaffen. So kann sich der Kunde vorstellen, wie einladend der Tisch im eigenen Zuhause wirken wird. Wenn man mit Requisiten arbeitet, muss klar ersichtlich sein, dass diese nicht zum Produkt dazu gehören und nicht im Preis inklusiv sind.

 

 

Auch im nächsten Beispiel hat sich ein Verkäufer die Mühe gemacht, sein Hauptbild optisch ansprechend zu gestalten. Er hat, anders als der Konkurrent, gleich mehrere Weingläser platziert und eins mit Wein gefüllt. Einen zusätzlichen Pluspunkt gibt es, weil der Wein im Glas geschwenkt ist. Das lässt die Atmosphäre sehr real werden und wirkt als Foto auch sehr professionell.

 

 

Wenn unsere Sinne angeregt werden, wenn wir erleben, was das Produkt uns bieten kann, dann fühlen wir uns angesprochen. Wir haben dann das Gefühl, den Gegenstand in unseren Händen zu halten.

Manchmal wird unser Auge aber auch von grenzwertigen, lustigen oder auch leicht irritierenden Fotos angelockt.

Belustigend oder leicht irritierend ist dieses Paar Cowboy-Stiefel. Die Stiefel heben sich von der Masse ab und fallen auf:

 

 

Auffallen ist gut, aber Vorsicht ist geboten: Abschreckend und zu skurril sollte das Foto nicht sein.

Nicht nur Requisiten oder die Bildbearbeitung machen Fotos interessanter. Auch eine spezielle Anordnung, Beleuchtung oder Perspektive können vorteilhaft sein. Unser erstes betrachtetes Produkt, die Anglerstiefel, bieten hierzu ein tolles Beispiel. Im nächsten Fotovergleich sehen wir drei Paar ähnliche Anglerstiefel von einem Verkäufer.

Das in der Mitte abgebildete Paar Stiefel, zeigt sie an einem gezeichneten Körper. Auf diese Weise sieht man zum einen die Funktion der Hosenträger recht gut. Gleichzeitig erweckt diese Position aber auch den Eindruck von Freude, Spaß oder Entspannung. Das ist ein sehr cleverer Hingucker! Dieses Foto hebt sich deutlich von den anderen Bildern ab und erfüllt alle Rahmenbedingungen von Amazon.  –  Es lassen sich also auch Hauptfotos aufpeppen.

 

Fotos, Fotos, und noch mehr Fotos!

Nach dem Hauptfoto wollen wir uns jetzt den übrigen Bildern widmen. Eine gezielte Auswahl von ausdrucksvollen Fotos kann die Qualität des Listings deutlich steigern. Deshalb solltest du dir auch hier sehr viel Mühe geben. Der Kunde erhält über diese Bilder zusätzliche Informationen und gewinnt Vertrauen in dein Produkt. Mit diesen Fotos zeigst du deine Professionalität und Kompetenz.

In einer guten Bildauswahl werden klare Informationen in einer einheitlichen Stilart vermittelt. Den richtigen Stil für deine Fotos findest du, wenn du ihn an deine jeweilige Zielgruppe anpasst. Fotos für Leistungssportler sind anders zu gestalten, als solche für eine gemütlich strickende Rentnerin auf der Couch. Eine feine Krawatte präsentiert sich weniger gut in einem Bild mit verschwitzten Joggern, als in einem Foto mit elegantem Ambiente. Auch die Schriftart oder die Farben können Akzente setzen. Für Babyprodukte zum Beispiel eignet sich eine weiche, geschwungene Schriftart, sowie warme, freundliche Farben und lustige Muster.

Genau wie beim Hauptbild sollen bei diesen zusätzlichen Bildern, die Sinne angesprochen werden. Das kannst du nun mit vielen Hilfsmitteln tun, denn die Richtlinien für das Hauptbild fallen hier als Hürde weg. Schau dich in deiner Kategorie und in den Listings deiner Konkurrenz um. Achte wieder darauf, welcher Stil dich selbst anspricht und wie du das in deinen Fotos umsetzen könntest. Überprüfe dabei auch, welche Informationen gefehlt haben oder nicht deutlich genug dargestellt wurden.

 

Überlegungen und Tips für die Umsetzung

Nachdem du dir einen Überblick über mögliche Verbesserungen geschaffen hast und dich auf einen Stil festgelegt hast, kannst du ans Werk gehen. Jetzt ist dein eigenes Produkt an der Reihe, im Detail betrachtet und fotografiert zu werden. Folgende Fragen und Tips können eine Starthilfe sein:

1. Welche Besonderheiten hat mein Produkt?

Betrachte die Form, Konturen, Kanten, das Material, die Struktur oder das Gewebe und überlege dir, was wichtig ist, gezeigt zu werden.
Umsetzungstips fürs Foto:

  • Scharfer Fokus auf ein Detail und der Rest weich gezeichnet. Beispiel: Ein besonderer Verschluss oder Knopf wird fokussiert und dadurch elegant betont.
  • Nahaufnahme. Beispiel: Die besondere Form eines Kinderspielzeugs ist vielleicht eine wichtige Information für den Kunden und kann so verdeutlicht werden.
  • Schwarz-weiß-Foto, in dem nur dein Produkt oder die Besonderheit deines Produkts Farbe hat. Beispiel: Ein roter Regenmantel in einer schwarz-weißen Regenszene würde super hervorstechen.
  • Pfeile im Bild, die auf das Besondere zeigen. Beispiel: Bei einem Gerät mit einer speziellen Funktion kann eine technische Besonderheit mit Pfeilen gekennzeichnet werden.
  • Kleine Produkte wirken auf Bildern oft größer, als sie es tatsächlich sind. Ein Lineal oder ein bekannter Gebrauchsgegenstand, wie Bleistift oder Münze, helfen dem Kunden, die Größe besser einschätzen zu können.

2. Wie wird das Produkt benutzt und was kann das Produkt tun?

Zeige Situationen, in denen es zum Einsatz kommt und wie es verwendet wird. Zeige auch die richtige Umgebung, den richtigen Umgang und das tolle Ergebnis, das dein Produkt bietet, wie z.B. in diesem Multishot-Foto:

3. Wie sieht das Produkt im Ganzen aus?

Dein Produkt soll so erfahrbar werden, als hätte der Kunde es bereits in der Hand. Dazu braucht es die Details, aber auch das Gesamterscheinungsbild. Präsentiere deshalb dein Produkt von unterschiedlichen Seiten. Dazu bieten sich Multishot-Bilder mit 4-9 einzelnen Fotos. Sollte es an deinem Produkt gar nicht so viel zu zeigen geben, dann versuche es mal mit einem kleinen optischen Trick: Mache Fotos deines Produkts von verschiedenen Winkeln und spiegel sie jeweils. Baue diese dann in das Multishot-Bild ein. Und obwohl ein Foto zwei mal identisch vorkommt (einmal gespiegelt und einmal ungespiegelt), erweckt es den Eindruck, als hätte man vom Produkt viel mehr gesehen – und keiner merkt den kleinen Trick.

4. Welche Vorteile hat der Kunde durch dein Produkt und wie wird sein Leben dadurch bereichert?

Wer Fotos mit Menschen im Bild zeigt, schafft Vertrauen: Der Kunde kann sich so mit der Situation besser identifizieren. Die Vorteile des Produkts und die Lebensbereicherung für den Kunden werden miterlebt.

Manchmal kann es sinnvoll sein, extra Bemerkungen in ein Foto hinein zu schreiben. Das gilt aber nur wenn der Text in der Landessprache geschrieben ist, da er sonst befremdlich wirkt. Das wird oft vergessen, wenn man zusätzlich in anderssprachige Länder expandiert.

5. Welche interessante Perspektive passt zu meinem Produkt?

Probiere doch einmal eine andere Darstellung aus; lass dein Produkt vielleicht sogar schweben, tauchen oder fliegen.

6. Braucht dein Produkt eine spezielle Anleitung oder bietest du eine Garantie an?

Zeige dem Kunden, dass du eine professionelle Beschreibung lieferst und die Qualität garantierst.

7. Ein Geheimtip zum Schluss 😉

Wir Menschen lieben die Natur, wir lieben Tiere und Grünes. Das entspannt und vermittelt Zufriedenheit. Nutze dieses Wissen und zeige dein Produkt im Zusammenhang mit Natur: Ein Poster mit Sonnenuntergang irgendwo subtil im Hintergrund. Ein Blatt, das im Herbst vom Baum fiel und neben dem Schlüsselanhänger liegen blieb oder eine Katze auf der Couch mit dem neuen Sofakissen

 

Es gibt, wie du siehst keine Ausreden mehr, warum du nicht alle Fotoplätze mit sinnvollen Bildern belegen kannst. Nutze alle deinen Chancen!

Wer Schwierigkeiten bei der Umsetzung hat oder keine Zeit zum Experimentieren, sollte sich professionelle Unterstützung holen. Es ist auf jeden Fall ratsam, dem Fotografen Anweisungen geben zu können, welche Fotos du in deinem Listing brauchst. Tips und Tricks hierzu hast du soeben erfahren.

Viel Spaß bei der Umsetzung!

Dorothea Whitehead

Dorothea Whitehead

Doro ist seit Juni '17 bei PLJ dabei und kümmert sich hier um die Administration, Blogs und Organisatorisches. Mit Ellis zusammen ist sie selbst begeisterte Amazon-Sellerin und natürlich hat der spannenden Weg zum Amazon-Biz über PLJ begonnen. Doro hat zwei Kinder: "Das Beste ist, dass ich mein Muttersein und das Business hervorragend vereinbaren kann."


Related Articles

Die Top 10 Wege deine Kunden zu erreichen

The Money is in the list. Das ist eine amerikanische Redensart die darstellen soll das jedes erfolgreiche Business eine (Email-)Liste

Logistik für Private Label Seller

Egal in welchem Bereich du tätig bist tauchen Schwierigkeiten auf. Häufig immer wieder die gleichen. Mit KW-Logistics* die heute auch speziell

Amazon FBA Industry Roundup September

Auch wenn es manchmal so scheint, ist Private Label Journey natürlich nicht die einzige Informationsquelle rund um Amazon FBA in

No comments

Write a comment
No Comments Yet! You can be first to comment this post!

Write a Comment

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*