Der Cent ist die Seele der Milliarde FBA – Gebühren unter der Lupe

Der Cent ist die Seele der Milliarde  FBA – Gebühren unter der Lupe

“Ach, wäre ich nur geschickter dran gegangen, dann hätte ich hier echt was einsparen können!” Kommt dir das bekannt vor oder hast du Bedenken, ob du bei deinem ersten Produkt alle Gebühren richtig berechnet hast? Hast du dir z.B. Gedanken darüber gemacht, dass deine exquisit ausgewählte Produkt-Verpackung vielleicht doch nicht so gut geeignet ist, weil die Lager- und Versandt-Kosten teurer ausfallen, als mit der schlichteren Variante? Scheinbare Kleinigkeiten können einen wesentlichen Einfluss auf deine FBA-Gebühren haben und es ist manchmal gar nicht so leicht, einen Überblick über alle möglichen Details zu behalten. Deshalb haben wir Daniel Wiegand eingeladen, uns in einem Gastbeitrag seine Methode, FBA-Gebühren transparent zu halten, vorzuführen.

Hier nun der Gastbeitrag von Daniel Wiegand:

FBA Gebühren – Eine Fallstudie

Du kennst das bestimmt noch: Auf der Suche nach finanzieller Unabhängigkeit, einem selbstbestimmten Lifestyle oder einfach nach einem Nebeneinkommen, bist Du auf Amazon FBA gestoßen. Über diverse Blogs, Facebook Gruppen, Podcasts oder Videokurse hast Du Dir das notwendige Wissen angeeignet und bist super motiviert, Dein eigenes Private Label FBA Produkt auf die Beine zu stellen. BÄM!

Marktanalysen, Konkurrenten-Check, potentielle Lieferantenauswahl… Alles ist erledigt. Das Ergebnis Deiner Suche:

Ein Picknick Rucksack!

Auf Alibaba.com ist schnell ein vielversprechender Lieferant gefunden. Du nimmst Kontakt mit ihm auf und fragst nach dem Preis für einen mit Besteck und Geschirr gefüllten Rucksack. Der Rucksack sollte Gabeln, Löffel, Becher, Teller, ein Handtuch, Servietten, einen Flaschenöffner, einen Korkenzieher und ein Schneidebrett für vier Personen enthalten.

Nach kurzer Zeit erhältst Du dann folgendes Angebot: 

Mindestabnahmemenge: 500 Rucksäcke

Kosten:

  • Rucksack mit angeforderter Füllung: 6,59 USD
  • Dein Logo anbringen: 0,24 USD
  • Ein Label mit Deiner Firmenadresse anbringen: 0,05 USD
  • Ein Polybag inklusive Warnaufkleber: 0,03 USD
  • Ein Etikett mit Beschreibung und GTIN: 0,12 USD

Hinzu kommt dann natürlich noch der Versand. Da Dein Produkt doch relativ schwer sein wird (etwa 2 Kilogramm pro Rucksack), macht Luftfracht einfach keinen Sinn. Seefracht ist also angesagt.

Dein Supplier organisiert diese auch für Dich und nennt Dir einen Preis bis zu Deiner Haustür von 650 USD + Zoll. Darin enthalten sind 500 USD bis zum Eintritt in die EU und 150 USD für den innereuropäischen Transport.

Auf Amazon hast Du Dich natürlich auch intensiv umgesehen und entdeckt, dass es ein ganz ähnliches Produkt bereits gibt. Dieses hier: https://www.amazon.de/dp/B001ERHMCW

Es wird für 34,95 EUR angeboten und soll als Deine Referenz dienen.

Das Problem

Die Fragen, die Du Dir jetzt stellst, könnten so aussehen:

  • Verdiene ich noch etwas, wenn ich das Produkt günstiger als 34,95 EUR anbiete?
  • Welche Kosten kommen außerdem noch hinzu?
  • Woher weiß ich, dass ich keine Kosten vergessen habe?

Deine anfängliche Motivation schwindet an diesem Punkt schon etwas, weil das doch sehr viele Zahlen auf einmal sind, die in die richtige Struktur gebracht werden müssen. Schließlich willst Du wissen, ob sich der ganze Aufwand für Dich auch lohnt oder nicht. Um das zu messen, interessiert Dich vor allem eins: Deine Marge!

Die Lösung

Du ahnst es bereits…

Natürlich gibt es eine Lösung für Dein Problem. Das Kalkulationstool „FBA Rechner“

–> Hier geht es direkt zum FBA Rechner*

Das ist eine Excel-Datei, die für genau einen Zweck erstellt worden ist: Dir zu helfen!

Aber im Ernst: Der FBA Rechner hilft Dir tatsächlich bei exakt den oben beschriebenen Fragestellungen. Du findest dort nicht nur alle möglichen Kosten, die auf Dich zukommen, sondern erhältst eben auch alles gleich strukturiert und ausgerechnet. Eingeben musst Du die Zahlen zwar noch selbst, aber die korrekte Berechnung läuft vollkommen automatisch. Bilder sagen mehr als Worte. Ich möchte Dich deshalb im Folgenden mitnehmen auf die spannende Reise von „vielen ungeordneten Infos“ hin zu einer sauberen Produktkalkulation. Der Picknick Rucksack wird uns dabei begleiten.

Da es den Rahmen hier sprengen würde, jedes Detail zu erklären, versuche ich mich auf die wesentlichen Punkte in der Kalkulation zu beschränken.

Die Umsatzsteuer

Im Weiteren werde ich davon ausgehen, dass Du regelbesteuert bist, d.h. Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten bei Dir ist.

Kurz gesagt, sind damit die Einführumsatzsteuer beim Import in die EU nicht relevant für die Kalkulation. Ebenso wenig belastet die Reverse-Charge Umsatzsteuer der Amazon Gebühren Deine Marge.

Umgekehrt musst Du aber von Deinen Umsätzen 19% (wenn Dein Firmensitz in Deutschland ist) an den Fiskus abtreten.

Glücklicherweise berücksichtigt auch dies der FBA Rechner jeweils an den korrekten Stellen.

Solltest Du in Wahrheit nach der Kleinunternehmerregulung versteuern, kannst Du das auch mit einem Klick im Rechner ändern.

Die Produkteigenschaften

Die Eingabe der Produkteigenschaften ist besonders wichtig. Im ersten Moment denkst Du vielleicht, dass Du hier nur lästige Stammdaten überträgst, in Wirklichkeit sind diese Angaben aber entscheidend für sämtliche Gebühren, die Amazon Dir in Rechnung stellen wird.

Verkaufsprovision

Diese ist abhängig von der Produktkategorie. Für unseren Rucksack passt die Kategorie „Sport und Freizeit“ sehr gut. Wenn Du das auswählst und Dein Produkt bei Amazon so auch kategorisierst, werden Dir bei jedem Verkauf 15% Verkaufsprovision in Rechnung gestellt.

FBA Gebühr

Das ist die Gebühr, die Dir pro Verkauf berechnet wird, um die Versandkosten und das Handling zu bezahlen. Wie hoch diese Gebühr ausfällt ist abhängig von der Größe und des Gewichts Deines Produktes.

Und jetzt kommt’s:

Hier liegt unter Umständen ein großes Sparpotential versteckt!

Bleiben wir bei unserem Rucksack. Unser Referenzprodukt ist bei Amazon mit den folgenden Eigenschaften gespeichert:

Wegen des mittleren Maßes (36,195cm) wird dieser Rucksack als Übergröße eingestuft. In Kombination mit einem Gewicht von über 2kg ergeben sich somit die FBA-Gebühren von 5,95 EUR. Das ist schon wirklich ein hoher Betrag.

Es lohnt sich deshalb immer auch mal zu schauen, was die Grenzwerte zur nächst kleineren Kategorie sind. In diesem Fall musst Du lediglich dafür sorgen, dass das Maß von 36,195cm auf unter 34cm schrumpft. Damit bist Du raus aus dem Übergrößen-Bereich und die Kosten für FBA sinken auf 4,20 EUR.

Gelingt es Dir nun auch noch das Gewicht auf unter 1,9 kg (da noch 100 Gramm Eigengewicht des Kartons hinzukommen) zu senken, dann kannst Du noch mehr sparen. Das wäre eine Gewichtsreduktion von etwa 219 Gramm oder 10%. Bei diesem Produkt kann ich mir gut vorstellen, dass das eine realistische und umsetzbare Maßnahme sein kann. Die FBA Gebühren lägen dann nur bei 3,21 EUR.

Clever!

Mit nur zwei cleveren Kniffen beim Produktdesign und der Verpackung kannst Du also 2,74 EUR pro Produkt sparen. Das ist gewaltig!

–> FBA-Rechner ausprobieren*

Weiter unten zeige ich Dir die gesamten Kosten und die Marge. Du wirst sehen, dass 2,74 EUR pro Stück extrem viel ausmacht.

Weitere Angaben

Außerdem musst Du noch den richtigen Zollsatz recherchieren. Ich nehme hier 2,7% für den Taric Code 4202 92 91 90 (Reisetaschen, Toilettentaschen (Necessaires), Rucksäcke und Taschen für Sportartikel) an.

Weiter gehe ich davon aus, dass Du in USD zahlst und Paypal nutzt. Dies kostet Dich 2% Gebühren.

Der Transport wird im Beispiel vom Produzent organisiert.

Bezugspreis

Alle Angaben zu den Produktkosten hast Du ja im Prinzip bereits schon von Deinem Produzenten erhalten. Die Kunst ist es nun, dies in die passende Struktur zu bekommen. Im FBA Rechner sähe das entsprechend folgendermaßen aus:

In die vorgegebenen Felder trägst Du einfach alle Dir vorliegenden Infos ein. Ganz unten kannst Du dann ablesen, was Dich ein Picknick Rucksack im Einkauf in Euro kostet. In diesem Fall also 8,24 EUR.

Margenberechnung

Zu guter Letzt fehlt noch ein Bereich, indem Du Angaben machen musst, um eine Produktmarge ausgerechnet zu bekommen. Hier geht es in erster Linie um alle Gebühren, die Du an Amazon zahlst.

Aber auch der Preis, den Du für Deinen Picknick Rucksack verlangen willst, muss in diesem Bereich erfasst werden. Ich will mich dabei zunächst am Preis der Konkurrenz orientieren. Darum trage ich 34,95 EUR ein.

Bei diesem großen Produkt ist auch der Versand von Dir ans Amazonlager nicht zu vernachlässigen. Im Beispiel setze ich das mit 300 EUR an.

Das Ergebnis ist dann eine Marge von 8,37 EUR. Bitte denke daran, dass diese Marge noch auf dem Produkt basiert, das nicht in Größe und Gewicht optimiert wurde.

Nachdem das Produkt aber optimiert wurde, gelingt es Dir, in der günstigeren Kategorie der Versandgebühren zu landen. Deine Marge steigt damit auf sensationelle 11,12 EUR.

Durch einen kleinen Kniff, kannst Du also fast 3 Euro mehr Gewinn pro verkaufter Einheit machen. Ich denke, das ist Motivation genug, um entsprechenden Aufwand in das Produktdesign zu investieren.

Die FBA Gebühren unter der Lupe

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass der Punkt der FBA Gebühren oft als “gegeben” angeschaut wird. D.h. man denkt gar nicht darüber nach, dass man eigentlich einen großen Einfluss darauf hat, wenn man in der Vorbereitung darauf achtet. Entsprechend weist der FBA Rechner nun darauf hin, was Du sparen kannst, wenn Du Dein Produkt in die nächst günstigere Kategorie einordnen kannst.

Und auch nachdem das Produkt im Amazonlager eingetroffen und verbucht ist, ist es ratsam sich noch einmal zu vergewissern, dass die Größenangaben korrekt übernommen wurden. Amazon misst das nämlich exakt nach. Die Berechnung erfolgt dann auf Basis dieser Werte. Da ich das Problem bereits selbst hatte und mit der Hotline dazu telefoniert habe weiß ich, wie die Produkte dort vermessen werden. Sie werden in eine Maschine eingespannt und auf die Maximalmaße “auseinandergezogen”. Das was dabei herauskommt, gilt dann! Von daher auch der Tipp von mir: Verpacke Dein Produkt so kompakt wir möglich und lasse keine unnötige Luft in der Verpackung.

Produktpreis

Ich hatte schon weiter oben geschrieben, dass ich mich bei der Kalkulation zunächst an der Konkurrenz orientieren will. Welches ist aber der Preis, den Du mindestens verlangen musst, um nicht mit Verlust aus der Geschichte zu gehen?

Diesen Mindestpreis kannst Du mit dem FBA Rechner auch total simpel ermitteln.

Alles unter 18,79 Euro führt also zu einem negativen Ergebnis für Dich. Dies bedeutet aber nicht, dass Du zu diesem Preis anbieten solltest. Diese Info dient lediglich dazu, zu erkennen, ob Dein Produkt preislich im Markt bestehen oder mithalten kann.

Weitere Funktionen

Super, dass Du bis hierher durchgehalten hast, bei einem doch sehr zahlenlastigen Thema. Wenn es Dich interessiert, was der FBA Rechner noch für erledigen kann, solltest Du unbedingt bei mir vorbeischauen.

Nur eine weitere Sache will ich Dir direkt hier noch zeigen. Wenn Du später mal mehrere Produkte hast, kannst Du sie alle in der Datei erfassen, Deine Fixkosten hinzufügen und damit sofort eine komplette Ergebnisrechnung erhalten. Stell Dir vor, du hast verschiedene Picknick-Rucksack Varianten. Dein Ergebnis könnte dann folgendermaßen aussehen:

Fazit

Klar, Du kannst Dir die FBA Gebühren selbst heraussuchen und Deine Marge in einem kleinen Excelsheet oder auf einem Blatt Papier berechnen… Im Übrigen hab ich das ja auch selbst gemacht. Die kleine Exceldatei wurde aber in der Zwischenzeit zu einem sehr umfangreichen Tool und wird auch jetzt noch ständig weiterentwickelt.

Ich persönlich bin kein Freund von langen, unnötigen Recherchen im Netz, wenn ich die gleichen Infos in gleicher oder besserer Qualität auch schneller bekommen kann. Deshalb ist die Alternative zur klassischen Gebührensuche eben dieses Tool.

Wenn Du der Meinung bist, dass Dir der FBA Rechner ebenfalls helfen kann, kannst Du eine etwas abgespeckte Version hier gratis testen.

Du kannst auch direkt die hier gezeigte Premium Version* kaufen. Klicke dazu einfach hier*!

Daniel Wiegand – erfolgreicher FBA-Seller und Autor von Seitengasse

Dorothea Whitehead

Dorothea Whitehead

Doro ist seit Juni '17 bei PLJ dabei und kümmert sich hier um die Administration, Bogs und Organisatorisches. Mit Ellis zusammen ist sie selbst begeisterte Amazon-Sellerin und natürlich hat der spannenden Weg zum Amazon-Biz über PLJ begonnen. Doro hat zwei Kinder: "Das Beste ist, dass ich mein Muttersein und das Biz hervorragend vereinbaren kann."


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2 comments

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  1. Bernd Glückert
    Bernd Glückert 30 June, 2017, 07:17

    Der FBA-Kalkulator vom Daniel Wiegand ist ein must have für alle FBA-Seller. Ich kenne kein vergleichbares Tool und empfehle jedem, sich um jede Position Gedanken zu machen.

    Daniel: Tolle Arbeit – danke!

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  2. Tommy
    Tommy 2 July, 2017, 18:44

    Danke dir Daniel für dein Tool. Habe es Gott sei Dank gleich zu Anfang meiner Privat label jorney im Netz entdeckt. Es hat mir die Augen geöffnet was man alles mit einkalkulieren muss und mir dadurch auch mehr Marge ermöglicht weil ich gleich gesehen habe was rentabel ist und was nicht. Ich kann es nur jedem raten sich wie hier beschrieben mit dem Tool und den Kosten auseinander zu setzen.

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