FBA als einziges Standbein?

FBA als einziges Standbein?

Ich möchte mich selbstständig machen mit Amazon FBA.

Dieser Satz taucht immer wieder in Gesprächen auf. Aber ist das wirklich eine gute Idee?

Vor allem ist das überhaupt der richtige Ansatz?

Der Verkauf über Amazon hat sicherlich einige Anreize und es lässt sich damit auch gutes Geld verdienen, dennoch ist es aus meiner Sicht kein komplettes Geschäftsmodell oder alleiniges Standbein. Dafür wäre es mir persönlich zu riskant mich alleine in die Hände dieses online Giganten zu begeben.

Was ist das Geschäftsmodell?

In deinem Fall ist das Geschäftsmodell vermutlich Private Labeling oder E-commerce im allgemeinen. Das bedeutet du verkaufst deine Produkte oder auch Handelsware anderer Hersteller eben nicht nur über FBA sondern auch auf anderen Kanälen. Auf diese Weise läuft dein Geschäft wesentlich stabiler und du verringerst das Risiko eines Totalausfalls.

Amazon ist ein sehr guter Startpunkt oder dient auch perfekt der Erweiterung falls du bisher nur andere Verkaufsoptionen nutzt um deine Reichweite zu erhöhen. Sei dir einfach bewusst das du nicht Geld mit Amazon verdienst sondern mit dem Verkauf von Ware. Andere Umsatzplattformen können zum Beispiel sein:

  • Ebay
  • real.de
  • zalando.de
  • otto.de
  • Onlineshop
  • Ladengeschäft
  • Strukturvertrieb
  • Groupon
  • Affiliates/ andere Shop Betreiber
  • Großhändler
  • Amazon Marktplätze im Ausland

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und es gilt sich ein System aufzubauen mit dem du nach und nach mehrere Absatzwege bedienen kannst. So erhöhst du nicht nur deinen Umsatz (und im besten Fall auch deinen Gewinn) sondern wenn ein Absatzmarkt weg bricht bleibt immer noch ein Teil übrig der deine Miete zahlt.

Wie erweitere ich meine Absatzwege?

Pauschal ist das schwierig zu beantworten, denn es kommt stark darauf an aus welcher Ecke du kommst. Bist du ein traditioneller offline Händler der bereits ein Sortiment hat ist es vermutlich einfach alles bei Amazon zu listen. Später kann dann der eigene Shop dazu kommen und für Stammkunden, Marketing und zur Stärkung der eigenen Marke dienen.

Umgekehrt ist es bei den klassischen FBA’lern die sich in den letzten Jahren etabliert haben. Hier steht zu Beginn des Unternehmens meist nur ein Amazon Account und von dort aus wird expandiert. Häufig sind dann Ebay und ein eigener Shop die ersten Schritte und der offline Markt wird entweder gar nicht oder erst sehr spät angegangen.

Seltener, aber dennoch vorhanden, ist die Variante eines Online Händlers der mit einem Shop gestartet ist und jetzt auf Amazon und andere Marktplätze ausweiten möchte um seine Reichweite zu verbessern. Hier ist Vorsicht geboten da die Marge stimmen muss auch nachdem z.B. Amazon zusätzliche 15% Gebühren gefordert hat die im eigenen Shop nicht angefallen sind.

Für all diese Varianten gibt es zum Glück verschiedene Dienstleister und Software die bei der Umsetzung helfen kann:

Rechnungen:

Fastbill

Easybill*

Amainvoice

Billbee

JTL

Support und tägliche Aufgaben:

eBuero

Enida

Technische Hilfe:

Upwork

99Designs*

DNX Jobs

Steuern:

Taxdoo

Amavat

Avalara

Duty Pay

lokaler Steuerberater

Versand:

Amazon Multichannel

Lumundi

Zenfullfillment

Shop:

Versacommerce

Shopify

Prestashop

Shopware

Woocommerce

 

Das sind nur einige Anlaufstellen an denen du dir Hilfe holen kannst für dein Geschäft (gerne weitere Tipps in den Kommentaren posten).  Die Liste erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern soll nur verdeutlichen das du viel Knowhow auch einkaufen kannst um deine Standbeine zu erweitern. Darüber hinaus gibt es ja auch noch Speditionen, Berater für externen Traffic, Email Marketing und vieles mehr das dir hilft Standbeine auf- und auszubauen.

Vor kurzem bin ich auf das bekannte Buch “Kopf schlägt Kapital” gestoßen und auch dort verweist der Autor Günter Faltin  auf die Möglichkeit in Modulen zu gründen. Du überlegst dir also welche Komponenten du für dein Geschäft benötigst und nutzt vorhandene Ressourcen um daraus eine komplette Firma aufzubauen. Das klingt simpler als es ist, dennoch brauchst du nicht alle Fähigkeiten selbst erlernen um erfolgreich zu sein.

Weitere Standbeine neben Amazon FBA

Nachdem wir nur festgestellt haben das Amazon nur ein Vertriebskanal unter vielen ist sollten dir schon Gedanken gekommen sein wie du wachsen kannst. Darüber hinaus gibt es aber auch noch die Möglichkeit Standbeine aufzubauen die nicht direkt mit dem Verkauf physischer Produkte zusammen hängen. Falls du also Spezialist auf einem Gebiet bist (das ausdrücklich NICHT mit Amazon und/oder FBA zu tun haben muss) könntest du:

  • Beratung anbieten
  • Dienstleistung anbieten
  • einen Job als Angestellter annehmen
  • freiberuflich arbeiten
  • eine Software entwickeln und verkaufen
  • Teilhaber/Investor anderer Firmen sein
  • Vermietung und Verpachtung betreiben
  • digitale Produkte verkaufen

Es macht Sinn gerade zu Beginn den online Handel nicht ausschließlich zu betreiben. Egal in welcher Richtung du dich aufstellst solltest du weitere Einkünfte haben ohne dich dabei soweit zu streuen das kein Gebiet mehr deine Aufmerksamkeit bekommt und beides wenig erfolgreich läuft. Aber weiterhin einen (Teilzeit-) Job zu haben oder ein bestehendes Business fortzuführen neben deiner neuen Aktivität ist nicht die schlechteste Idee.

Philip K.

Philip K.

Philip Kleudgen hat bis Juni 2017 den Blog auf privatelabeljourney.de geschrieben, wo er anderen Amazon Verkäufern hilft ihr Business auszubauen. Seitdem betreibt er amaclick.de wo er Amazon PPC Coaching und Dienstleistungen anbietet. Privat ist er Vater einer kleinen Tochter, VW Bus Fan und selbst begeisterter Amazon Verkäufer.


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2 comments

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  1. Jessica
    Jessica 23 April, 2017, 21:13

    Ich glaube, mir wäre das auch zu unsicher, mich nur auf einen einzogen Shop einzuschießen. Ich glaube zwar nicht, dass Amazon so schnell pleite geht…Aber man weiß ja nie was kommt. Ich glaube, Ebay läuft auch nicht mehr sooooo berauschend wie es mal war…

    Reply this comment
  2. Martin
    Martin 23 April, 2017, 23:24

    Hallo Philip,

    schöner Bericht. Ich persönlich befasse mich erst seit Januar mit FBA und habe mir seitdem einiges an Wissen angeeignet. Voraussichtlich wird mein erstes Produkt ab Juni auf Amazon verfügbar sein.

    Ich gehe so vor, dass ich das Ganze auf jeden Fall nur nebenberuflich mache. Selbst wenn es richtig gut läuft würde ich zumindest in Teilzeit in meinem jetzigen Bürojob bleiben. Denn wenn dann mal das Standbein FBA wegbricht, kann ich problemlos in meinem Job wieder auf Vollzeit switchen.

    Gruß
    Martin

    Reply this comment

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