10 effektive Strategien um ein FBA Business zu skalieren

10 effektive Strategien um ein FBA Business zu skalieren

Was bedeutet eigentlich skalieren? Hier mal ein kurzer Einblick von gruenderszene.de:

Der Begriff „Skalieren“ wird in zahlreichen Zusammenhängen verwendet. Abgeleitet wird skalieren von dem italienischen Wort „scalae“, was Treppe bedeutet und eine erste Idee von der Bedeutung gibt. Allgemein beschreibt Skalierung eine Größenveränderung. In der Kunst beispielsweise werden Fotos skaliert und somit in ihrer Größe verändert.(…) In der Wirtschaft skalieren Unternehmen. Das heißt in den meisten Fällen, dass sie expandieren und nicht kleiner werden. Sie bekommen mehr Aufträge, erwirtschaften einen höheren Gewinn und können somit mehr Leute einstellen.

Klingt erstmal wirklich einfach und ist es eigentlich auch – nur wie bekommt man das als kleiner Amazon FBA Händler hin? Welche Methoden gibt es um sein Business zu vergrößern, mehr zu verkaufen und neue Kanäle zu erschließen?

Achtung! Viele der folgenden Strategien machen Sinn für erfahrene Amazon Seller und du solltest dich nicht gleich zu Beginn deiner online Karierre darin verrenen ohne zu wissen was du tust. Amazon first – wenn das läuft komm zurück und lies weiter.

Thomas hatte das Thema Skalierung schonmal im Podcast besprochen und erste Anregungen gegeben. Wenn dein FBA Business richtig gut läuft und du auf Amazon gut aufgestellt bist auch in Hinsicht auf Cashflow, laufende Kosten, Nachbestellungen und vieles mehr, erst dann macht es Sinn über eine Vergrößerung nachzudenken. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist musst du selbst entscheiden, dafür gibt es keinen festen Anhaltspunkt oder feste Umsatzgröße.

Da die meisten Amazon FBA Seller das Geschäft am liebsten als Lifestyle Business betreiben würden beschränke ich mich auf Tipps die weniger Zeit intensiv oder online möglich sind. Natürlich ist diese Liste kein festes Regelwerk sondern soll dir als Inspiration dienen wie du wachsen kannst und später richtig Geld verdienen mit deiner Firma.

Produktauswahl#1 Mehr Produkte

Alt aber gut wie man so schön sagt. Du solltest du nicht das offensichtliche aus den Augen verlieren. Eine der einfachsten Methoden ein Amazon FBA Business zu skalieren ist das erweitern deiner Produktpalette. Deine Anglerstiefel laufen super? Gut. Verkaufe andere Größen, Designs und mehr Farben. Das läuft auch gut? Na spitze! Jetzt ist es Zeit für Angeln, Köder, Latzhosen…

Du siehst selbst innerhalb von Amazon kannst du schnell wachsen – bist allerdings sehr abhängig von deinem Verkäuferkonto. Aber bevor du Zeit verschwendest woanders zu verkaufen obwohl es auf Amazon noch gar nicht läuft solltest du dich darum kümmern.

 

#2 Neue Marken/ Firma

Ähnlich wie mit der ersten Variante kannst du hier dein Unternehmen auf Amazon groß machen. Oder eben einfach ein zweites gründen oder dir eine Beteiligung irgendwo einkaufen. Das würde bedeuten du sicherst dein Einkommen schonmal etwas besser ab. Mit einem anderen Unternehmen kannst du bei Amazon nach einer Genehmigung fragen und einen zweiten Account eröffnen.

Das bedeutet falls du Ärger hast wird nur ein Account geschlossen und du bist immer noch stolzer Besitzer eines weiteren aktiven Amazon Kontos. Diese horizontale Erweiterung wäre noch immer von Amazon abhängig allerdings nicht ganz so stark und falls es dir gelingt gute Partner ins Boot zu holen, wer weiß wie sich die neue Marke entwickelt?

Europaweiter Verkauf Amazon#3 Internationalisierung

Jeder der sich bereits ein wenig mit Amazon FBA auseinander gesetzt hat wird verstehen worauf ich bei dieser Methode hinaus will. Lass Amazon deine Produkte nicht nur in Deutschland oder den USA verkaufen sondern auch im Rest von Europa oder vielleicht in Kanada oder Mexiko! Das alles kannst du in deinem Seller Central USA/DE Account einstellen.

Darüber hinaus gibt es eine Option “Versand in 26 Länder” die du in den FBA Optionen einstellen kannst und somit Kunden im Ausland erlaubst deine Produkte über Amazon.de zu erwerben und in ihr Land zu versenden. Beide Möglichkeiten erfordern nicht zu viel technisches Knowhow und neben guten Englisch Kenntnissen und ein wenig Zeit hast du kaum Investitionen.

Aber Achtung: unter Umständen gelten im Ausland andere Regeln und Gesetzte für Zertifikate oder Verpackung und auch die Sprache muss evtl. angepasst werden.

#4 Outsourcing

Gerade im Bereich Amazon FBA ist “bootstrapping” noch immer ein viel benutzter Begriff. Das bedeutet viele betreten zum ersten Mal die Bühne als Entrepreneur, häufig auch neben dem Job und mit geringem Startkapital. Daher wird der große Teil der Arbeit selbst erledigt aber mit der Zeit und dem Erfolg kann das wirklich viel werden.

Schreib dir auf welche Tätigkeiten du immer und immer wieder machen musst wobei deine Zeit vielleicht anders besser aufgehoben wäre. Das kann zum Beispiel

  • Kundenservice
  • PPC
  • Design
  • Produktrecherche
  • Sourcing
  • Produktfotos
  • usw.

sein. Einige dieser Sachen musst oder willst du vielleicht nicht aus der Hand geben aber bei anderen wiederum macht es durchaus Sinn das Ganze auszulagern. Seiten wie Upwork oder Fiverr machen es dir leicht passende Freelancer zu finden. Aber Vorsicht, häufig bekommst du was du bezahlst.

In diesem Fall ist Geiz ist geil also nicht immer die beste Methode, aber das wirst du vermutlich nur mit ausprobieren herausbekommen. Hast du dir einmal ein gutes Team zusammengestellt kannst du viele Methoden auf dieser Liste schneller und effektiver umsetzen ohne selber Überstunden zu schieben.

eigener online shop#5 Der eigene Online Shop

Bist du mit dem Thema Amazon durch macht es Sinn sich anderweitig nach neuen Kanälen umzuschauen um dein Business zu skalieren. Ein eigener Online Shop springt da natürlich sofort ins Auge. Hier solltest du dich vorher informieren welche Funktionen du benötigst und gegebenenfalls Hilfe von einem Profi einkaufen für die Einrichtung des Shops.

Der bekannteste Anbieter ist wohl Shopify der aber in Deutschland nur mit Mühe rechtssicher umzusetzen ist. Eine Alternative ist WordPress und das Plugin Woocommerce für das es deutsche Anbieter gibt. Relativ neu am Markt ist auch Versacommerce als ebenfalls rechtssichere, gehostete Shopify Alternative. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Anbieter unter denen du wählen kannst.

Beachte bitte das du bei einem eigenen Shop auch immer eigenen Traffic generieren musst. Im Gegensatz zu Amazon werden keine Besucher von alleine auf deine Seite kommen und kaufen. Das bedeutet du musst dich mit bezahlten Anzeigen wie Google Adwords, Facebook oder anderen Kanälen beschäftigen, deinen Shop durch SEO für Suchmaschinen optimieren oder andere Wege finden (kaufwilligen) Traffic zu generieren.

Wenn du diese Aufgaben ernst nimmst und erfolgreich meisterst kannst du auch auf einer eigenen Seite sehr guten Umsatz erzielen, teilweise mit größeren Margen als auf Amazon. Der Clou: viele Systeme binden FBA aktiv ein und du hast weiterhin all deine Produkte bei Amazon gelagert!

#6 lokaler Einzelhandel

Ob du es glaubst oder nicht aber Amazon und online Shops sind nicht die einzigen Quellen wo Menschen Waren einkaufen. Es gibt ihn noch: den guten alten Laden. Hier hast du verschiedenen Möglichkeiten deine Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Mit dem nötigen Selbstvertrauen (und dem nötigen Kapital in der Hand) kannst du eventuell einer großen Kette deine Produkte pitchen. Das ist natürlich schwierig und oft langwierig aber nicht unmöglich.

Einfacher kann es sein kleinere Geschäfte vor Ort in deiner Region anzusprechen oder spezielle Fachgeschäfte in deiner Nische. Lokale Shops sind eher bereit das Produkt eines lokalen Unternehmers auch mal testweise ins Programm zu nehmen. Dafür solltest du beachten das deine Verpackung top sein muss, du offizielle GS1 Barcodes benötigst und die Läden meistens erst nach 60 Tagen auf Rechnung zahlen. Du gehst also in Vorkasse!

Darüber hinaus brauchst du vielleicht ein eigenes Lager (oder einen angemieteten Service) und eine Spedition die diesen Teil deiner Ware an die Einzelhändler ausliefert. Klingt kompliziert, mit der Zeit kannst du aber auch hier automatisierte Systeme mit Dienstleistern aufbauen. Diese Variante macht dich komplett unabhängig von Amazon ist aber auch schwieriger aufzubauen.

Influencer#7 Influencer Marketing

Anstatt deine Vertriebskanäle weiter auszubauen könntest du auch versuchen mehr Besucher zu generieren und somit die Verkäufe skalieren. Falls du (wie die meisten von uns) leider kein Social Media Profi oder YouTube Star bist gibt es immer noch die Möglichkeit Werbung einzukaufen. Auf YouTube, Instagram oder auch Pinterest und Facebook haben viele Internet-Berühmtheiten viele Follower in Ihrer Nische.

Genau das kannst du nutzen und diese entweder direkt oder über eine Vermarktungsplattform wie Tubevertise anschreiben. Die Influencer halten dein Produkt dann lächelnd in die Kamera oder posten ein Foto oder Status Update genau nach deiner Vorgabe. Häufig wirkt das dann subtiler und nicht so plump wie “normale” Werbung auf die Fans und du kannst einige Sales generieren.

Mit dieser Methode sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt umd dein Business zu skalieren, du musst lediglich Zeit und Arbeit investieren die Persönlichkeiten zu kontaktieren und dann ein wenig Geld in die Hand nehmen. Den Effekt kannst du nicht vorhersagen, aber selbst bei geringen Verkäufen ist es in den meisten Fällen gutes Branding und macht deine Marke bekannter.

Hier liegt es an dir ob du den Traffic zu Amazon, auf eine Landingpage oder deinen Shop senden möchtest: Das kannst du direkt mit dem Influencer absprechen. Diese Strategie funktioniert auch um deine eigenen Social Media Accounts zu pushen falls das für dich wichtig ist.

#8 Der offline Pitch

Vielleicht ist das eine Strategie über die du noch gar nicht nachgedacht hast aber gerade offline Veranstaltungen in deiner Nische können große Erfolge bringen sei es nur um deine Marke bekannt zu machen oder auch um direkt zu verkaufen. Was du wo auf die Beine stellst ist abhängig von deinem Produkt und der Veranstaltung. Das könnten sein:

  • Konzerte
  • Messen
  • Festivals
  • Stadtfeste
  • öffentliche Parties
  • Sport Events
  • uvm.

Ich gehe davon aus du kennst deine Nische gut und dir fallen auf Anhieb einige Events ein die von Interesse sein könnten. Falls nicht ist Google sofort eine große Hilfe. Du kannst kostenlose Proben verteilen, einen Stand machen, Menschen dein Produkt testen lassen und vieles Mehr.

Wichtig bei diesen Events ist deine Kreativität. Der hundertste Flyer wird die meisten Besucher nicht vom Hocker hauen. Bei vielen Veranstaltungen dieser Art entstehen auch Kosten daher solltest du dieses Tool wirklich gezielt einsetzen und testen wie effektiv es für dich sein kann. Einmal etabliert gibt es auch jährliche Aktionen die man bei entsprechendem ROI dann wiederholen kann.

Du hast keinen Bock den ganzen Tag bei sowas rum zu stehen? Dann denk an Tipp #4 und bezahl ein paar hübsche Mädels dafür das Sie deine Werbung verteilen! Das klang jetzt sehr chauvinistisch aber hey – Sex sells 😉

#9 Guerilla Marketing

Eine meiner lieblings Taktiken um ein bisschen (oder auch sehr viel) Aufmerksamkeit zu bekommen nennt sich Guerilla Marketing. Das bedeutet du machst eine Aktion mit der einfach niemand rechnet weil sie so spontan ist, zu einer seltsamen Zeit oder an einem Ort mit dem niemand rechnet. Das kann ohne viel Geldeinsatz sehr erfolgreich sein und auch in quasi allen Nischen funktionieren wie man an diesen Beispielen sieht.

Lass dir mit deinem Team etwas kreatives einfallen oder engagiere eine Werbeagentur genau das für dich zu tun. Damit wirst du zwar teurer in der Umsetzung aber es kann sich lohnen. Meist ist es aber eher eine Budget Lösung und du solltest dir einfach mal ein paar Gedanken machen.

#10 Gewinnspiele& Sponsoring

Eine weitere kostengünstige Variante der Werbung kann es sein einige deiner Produkte zu verlosen über deine Social Media Kanäle oder offline und so neue Email Adressen zu generieren. Wenn du ein gutes Email Follow-Up am Start hast (hast du doch, ODER?) dann verwandeln sich diese Adressen nach und nach in Cash und deine Email Liste in eine wertvolle Käufer Liste.

Gewinnspiele werden schnell viral geteilt und mit etwas Planung, guten Preisen und ein bisschen Glück hast du schnell ein paar hundert neue Email Abonennten. Kosten fallen hier kaum an, größtenteils für die Preise oder Software die bei der Umsetzung hilft. Beim Sponsoring ist es nicht ganz so aber das Prinzip funktioniert ähnlich. Du suchst große Blogs oder googlest angekündigte Gewinnspiele und kontaktierst die Influencer (siehe Methode #7) um anzubieten einige Preise bezusteuern.

Dafür sponsorst du kein Geld sondern deine eigenen Produkte. im Gegenzug bekommst du Aufmerksamkeit, Backlinks, Traffic zu deiner Seite und vielleicht auch ein paar Verkäufe. Diese Taktik kannst du natürlich auch etablieren mit monatlichen Verlosungen etc.

Wie skaliere ich ein Amazon FBA Business? Ein Fazit.

Egal welche dieser Methoden du nutzt, wichtig ist das du anfängst. Verlass dich nicht darauf auch in zehn Jahren noch von Amazon zu leben, wer weiß vielleicht gibt es dann eine andere Plattform auf der du besser vertreten sein solltest. In meiner Übersicht findest du auch nur einen Ausschnitt deiner Möglichkeiten, aber vielleicht hilft es dir als Anregung um eigene Ideen zu generieren.

Du hast noch mehr Vorschläge? Lass es uns in den Kommentaren wissen damit alle davon profitieren können und viel Erfolg beim skalieren deines Amazon FBA Business!

Philip K.

Philip K.

Philip Kleudgen hat bis Juni 2017 den Blog auf privatelabeljourney.de geschrieben, wo er anderen Amazon Verkäufern hilft ihr Business auszubauen. Seitdem betreibt er amaclick.de wo er Amazon PPC Coaching und Dienstleistungen anbietet. Privat ist er Vater einer kleinen Tochter, VW Bus Fan und selbst begeisterter Amazon Verkäufer.


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1 comment

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  1. Nina
    Nina 26 September, 2016, 16:51

    Hi Philip,

    sehr guter Beitrag mit vielen interessanten Ansätzen. Guerilla Marketing und Einzelhandel finde ich ab einem bestimmten Budget total spannend! Die Produkte über einen eigenen Online-Shop anzubieten ist auch ein guter Schritt, den ich mittelfristig geplant habe. Du schreibst ” viele Systeme binden FBA aktiv ein” das finde ich interessant – ist das bei den genannten Shopsystemen der Fall oder hast du evtl. andere Tipps?

    Grüße,
    Nina

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