Steuern am anderen Ende der Welt: Sales Tax in den USA

Steuern am anderen Ende der Welt: Sales Tax in den USA

US Sales-Tax: kein Thema für dich? Sollte es aber sein!

Wer die großen Chancen auf dem US-amerikanischen E-Commerce-Markt möglichst risikolos nutzen möchte, sollte auf einen regelkonformen Handel achten, der mögliche Strafen durch US-Behörden und Sanktionen durch Amazon ausschließt. Abhängig vom Produkt müssen Einfuhrbestimmungen beachtet sowie Vorgaben für Zertifizierungen und Lizenzen geprüft werden. Hinzu kommt die um die Herstellerhaftung ergänzte Produkthaftung in den USA, die es zu berücksichtigen gilt.

Das Thema Sales-Tax ist für Onlinehändler auf dem US-Markt ebenfalls wichtig. Immer noch glauben viele, dass die US-amerikanische Verkaufssteuer sie nicht betrifft, da sie im Ausland sitzen und ausschließlich via Internet an US-Konsumenten verkaufen. Das ist jedoch häufig nicht richtig. Wenn du Probleme bei deinem Onlinehandel in den USA vermeiden möchtest, solltest du dich zumindest soweit mit Sales-Tax beschäftigen, dass du die entscheidenden Regelungen kennst.

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US-Verkaufssteuern sind nicht einheitlich geregelt!

Sales-Tax in den USA ist das US-amerikanische Pendant zur deutschen Umsatzsteuer, allerdings mit wichtigen Unterschieden. Der wahrscheinlich wichtigste: Sales-Tax ist in den USA nicht einheitlich auf Bundesebene geregelt, weshalb die verschiedenen Bundesstaaten unterschiedlich hohe Verkaufssteuern erheben. Zusätzlich haben die Kommunen (Counties) in den Bundesstaaten die Möglichkeit, nochmals bis zu 1,5% auf die Steuer aufzuschlagen. Dadurch variiert sie oft selbst innerhalb der Bundesstaaten.

Bleibt die Frage: Ist das alles nicht völlig unwichtig für dich als ausländischen Händler? Generell müssen sich Händler in den USA doch nur in dem Bundesstaat um Sales Tax kümmern, in dem sie ihren Sitz haben. Das heißt dann doch eigentlich, dass Händler aus dem Ausland weder Sales Tax erheben noch abführen müssen. Und so wäre es auch, wenn … man nicht noch den sogenannten steuerlichen Nexus bedenken müsste.

Wann müssen ausländische Onlinehändler Sales Tax abführen?

Was bedeutet ein steuerlicher Nexus? Wenn ein steuerlicher Nexus in einem US-Bundesstaat besteht, ist man dort verpflichtet, Sales-Tax zu erheben und abzuführen, egal ob dort ein offizieller Firmensitz besteht oder nicht. Wann ein sogenannter Nexus besteht, legt wiederum jeder Bundesstaat selbst fest. Ein steuerlicher Nexus ergibt sich in der Regel, wenn in einem Bundesstaat Mitarbeiter beschäftigt, Büros oder Show-Rooms betrieben werden oder zum Beispiel Werbung auf Plakatwänden geschaltet wird.

Für dich als Online-Händler, der FBA (Fulfillment by Amazon) nutzt oder nutzen möchte, ist eine andere Regel die entscheidende. Wenn Waren in einem Bundesstaat lagern, löst das einen Nexus aus, also eine Art Betriebsstätte. Dabei ist es unerheblich, ob die Ware in einem eigenen oder einem fremden Lager steht. Das heißt, nahezu jedes FBA-Center löst Nexus aus. Virginia bildet eine Ausnahme – hier ist der Umstand Ware im FBA Center zu lagern allein nicht ausreichend, um einen Nexus zu begründen. In Delaware sowie New Hampshire gibt es Sales Tax generell nicht, somit ist das Thema dort irrelevant. Als Händler solltest du im Auge behalten, in welchen FBA-Centern deine Ware lagert und ob du in diesen Bundesstaaten relevante Verkäufe hast.

Was tun, wenn man als Händler Sales-Tax erheben muss?

Um steuerlich regelkonform zu sein, wirst du dich als FBA-ler in den USA zumindest in den US-Bundesstaat steuerlich registrieren lassen müssen, in denen deine Ware lagert. Das gilt natürlich nur, sofern du dort auch verkaufst! Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob du mit einer US- oder europäischen Gesellschaft arbeitest. Was ist dann zu tun?

Eine solche steuerliche Registrierung ist mit einer ausländischen Gesellschaft erheblich schwieriger und zeitraubender als mit einer US-Gesellschaft. Der bürokratische Ablauf der zuständigen Behörden in den USA ist nicht immer auf ausländische Firmen eingestellt.

Bist du im Besitz der Steuernummer des gewünschten Bundesstaats, kannst du anfangen, Sales-Tax für deine Produkte zu berechnen und abzuführen. Generell werden Preise bei amazon.com, wie in den USA üblich, zunächst netto angezeigt. Ist nun die Berechnung von Sales Tax erwünscht, schlägt Amazon die Steuer im Warenkorb automatisch in korrekter Höhe auf. Nun müssen nach Maßgabe des jeweiligen Bundesstaates Sales-Tax Reports eingereicht und entsprechende Steuern abgeführt werden (vergleichbar mit der Umsatzsteuervoranmeldung in Deutschland). Je nach Umsatzhöhe, müssen diese Reports jährlich, vierteljährlich oder monatlich abgegeben werden. Die Einstufung nimmt der jeweilige Bundesstaat vor und der Entscheidung ist Folge zu leisten.

Das bedeutet Aufwand – in Bezug auf Zeit und Kosten. Aufgrund der Umsatzchancen in den USA lohnt sich die Mühe aber in der Regel. Zudem kommt man erst in die Pflicht, wenn man Verkäufe generiert. In der Praxis lässt man sich daher meistens erst dann registrieren, wenn man glaubt, in den betreffenden Staaten relevante Umsätze zu erzielen. Oft ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung bei Themen wie Sales-Tax in Anspruch zu nehmen. So lässt sich Zeit sparen. Du vermeidest zudem teure Fehler beim Umgang mit USamerikanischen Behörden und kannst dich beruhigt auf dein Kerngeschäft konzentrieren.

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ALTON unterstützt Onlinehändler auf dem US-Markt

Das Unternehmen ALTON kann dich bei allen Schritten rund um den Verkauf auf amazon.com in den USA beraten und übernimmt bei Bedarf auch komplette Aufgaben für dich. Neben der beratenden Tätigkeit, unterstützen wir auch gerne bei administrativen Aufgaben wie steuerlichen Registrierungen oder der Gründung von US-Gesellschaften.

Zusätzlich bieten wir praktische Services wie einen Rücksendeservice nach Europa (FBA und MFN), einen Buchhaltungsservice – natürlich inklusive Sales-Tax-Reporting – oder die Vermittlung eines Geschäftskontos bei einer amerikanischen Bank (interessant, um von den Wechselkursen und Gebühren Amazons unabhängig zu sein). Da wir hier nicht alles auflisten können, fragt doch einfach nach, ob wir auch für eure Anliegen die richtige Lösung haben!

Mit ALTON an deiner Seite schaffst du schnell und einfach die nötigen Voraussetzungen für einen regelkonformen Verkauf in den USA. Wir bauen dir ein starkes Fundament, damit du nachhaltig viel Umsatz und gute Gewinne erzielen kannst.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar, sondern dient lediglich der allgemeinen Information. Rechtliche und steuerliche Beratung kann durch Rechtsanwälte oder Steuerberater in unserem Netzwerk in Anspruch genommen werden.

Michael Kempe

Michael Kempe

Michael Kempe ist bei ALTON unter anderem der Spezialist für den Bereich eCommerce und so auch der Ansprechpartner für euch, wenn es Fragen gibt. Kontaktdaten: michael.kempe@alton.de +49 (0) 611-9458500 http://www.alton.de


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8 comments

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  1. Martin
    Martin 13 December, 2016, 13:15

    Puuhhh….man sagt, es sei gängige Praxis, dass sowohl USA FBAler und deutsche FBAler salex taxes einfach ignorieren. Könnt Irh dazu was sagen, dass 99% der online HÄndler in den USA diese nicht angeben? Wenn man nun das eine Prozent ist, was dies tut, hat man doch einen deutlichen NAchteil….dann kaufen die Kunden einfach woanders, oder?

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    • Michael Kempe
      Michael Kempe Author 13 December, 2016, 15:56

      Hallo Martin,
      das ist korrekt, viele (US) Amazon Händler ignorieren die Abführung von Sales Tax in den jeweiligen FBA Bundesstaaten. Das macht das Ganze nicht legal. Es gibt einen steuerlichen Nexus, sobald man Waren in einem FBA Lager liegen hat und an Kunden in diesem Bundesstaat verkauft. Hier sind einige Bundesstaaten laxer, andere wiederum sehr streng was die Strafen angeht.
      Was den Wettbewerbsvorteil angeht: Preise auf den Produktseiten werden immer NETTO aufgelistet. Erst im Checkout-Prozess sieht der Endkunde, wenn seine Versandanschrift bekannt wird, ob Sales Tax überhaupt anfällt oder nicht. Ob der Endkunde im Checkout-Prozess den Kauf abbricht und lieber von jemanden kauft, der keine Sales Tax berechnet, ist natürlich fraglich. Generell ist es der US-Kunde gewohnt, Sales Tax on top zum „Display Price“ zu zahlen.

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  2. Ansgar Heinrich Thüne | BLACKTUNA LLC
    Ansgar Heinrich Thüne | BLACKTUNA LLC 13 December, 2016, 17:01

    Lieber Martin,

    Michael war jetzt einen Tick schneller als ich, hat aber absolut Recht. Folgenden Kommentar hatte ich vorhin auf Deine Aussage hin verfasst….

    hast Du Dir schon den Podcast 83 hier auf der Seite angehört? Wenn ja, dann hast Du ja auch den Teil mitbekommen, wo Samu erklärt (ab ca. Minute 18:00), dass Steuern einfach ein “trockenes” Thema sind, mit dem sich die Leute nicht gerne Beschäftigen. Die Überraschung und der Schreck sind dann jedoch umso größer, wenn dann das Finanzamt klingelt.

    Genau so solltest Du dass bei dem Thema Sales Tax auch sehen. Die IRS bzw. in dem Fall die US Bundesstaaten sind nicht dafür bekannt, spaßige Zeitgenossen zu sein. Irgendwann kommen Sie auf den Trichter und dann wird es vermutlich nicht spaßig werden, wenn Strafen anfallen und eingetrieben wird. Du solltest also eher froh sein, dass es so lange gut gegangen ist und Dich asap darum kümmern, dass es ordentlich und rechtskonform gemacht wird. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass es irgendwann eine Art “Amnesty” gibt und verkündet wird, dass erst ab dem Stichtag X das geltende Recht umgesetzt wird. Wenn sie “dich” erwischen (nicht auf Dich bezogen), dann wird auch rückwirkend geschaut. Was oft auch verkannt wird, ist die Tatsache dass in den USA in Geschäften und Restaurants stets die Netto Preise ausgewiesen werden und die Sales Tax on top kommt. Damit hat auch niemand ein Problem, denn es ist einfach überall so. Angenommen Du verkaufst jetzt ein Produkt für 100 USD, dann schlägt (sofern es ordentlich angemeldet und eingerichtet ist) das AMAZON System je nach Lieferadresse in den USA, die entsprechende Sales Tax drauf. Die Tax zahlt also der Kunde und Sie geht nicht, wie z.B. in Deutschland wo stets Brutto Preise angezeigt werden, von Deinem Stück Kuchen ab. Das verkennen viele in Ihren Kalkulationen. Wenn aber der strafende Fiskus irgendwann kommt, dann sind Deine 100 USD VK die Brutto einnahmen d.h. Du verlierst rückwirkend neben eventuellen Strafzahlungen auch noch ca. 7% von Deinen gemachten Einnahmen.

    Mein Rat daher an jeden: Freu Dich, dass es so lange gut gegangen ist und ärgere Dich nicht, dass Du es jetzt richtig machen wirst/musst.

    Gruss,
    Ansgar

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    • Martin
      Martin 13 December, 2016, 21:42

      In der Theorie ist das natürlich ganz klar: Unbedingt alles richtig machen und sales tax anmelden. Was mich halt stutzig macht: Es scheint niemand zu machen! Wirklich….ich konnte keinen USA seller finden, der das macht….und ich habe mich echt bemüht.

      Reply this comment
      • Michael Kempe
        Michael Kempe Author 14 December, 2016, 10:21

        Mich würde interessieren, ob die Seller mit denen du Kontakt hast, sich auch in den Bundesstaaten nicht registrieren lassen, in denen Sie ansässig sind. Dort müssen Sie ja ihre Federal und State Income Tax Erklärungen abgeben. Hast du dazu Informationen?
        Anbieter wie Taxjar oder Avalara, die ausschließlich Sales Tax Services für Online-Händler anbieten, würde es nicht geben, wenn sie keiner nutzen würde.

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  3. Martin
    Martin 13 December, 2016, 21:44

    Kann man denn was dazu sagen: Wenn man jetzt erst beginnen würde in den USA zu verkaufen, was würde es kosten? Um auf Nummer sicher zu gehen, da AMZ ja immer mal wieder zwischen den Lagern umverteilt, müsste man doch in jedem Budnestaat, wo ein AMZ Lager steht, eine Umsatzsteuernumer anmelden, und das als ausländisches Unternehmen. Ich denke da sprengen die Kosten den Rahmen, oder?

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  4. Michael Kempe
    Michael Kempe Author 14 December, 2016, 13:33

    Aufgrund der Nachfragen
    Für die Händler, die das ganze über eine neu zugründende US Firma abwickeln wollen, sollte beachtet werden, dass hier eine US Person mit einer SSN (Social Security Number/Sozialversicherungsnummer) benötigt wird. In Kooperation mit Ansgar Heinrich Thüne von Blacktuna (http://www.blacktuna.com) kann durch Ihn ein Company Secretary mit SSN gestellt werden.

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