Steuern am anderen Ende der Welt: Sales Tax in den USA

by Michael Kempe | 13. December 2016 11:58

US Sales-Tax: kein Thema für dich? Sollte es aber sein!

Wer die großen Chancen auf dem US-amerikanischen E-Commerce-Markt möglichst risikolos nutzen möchte, sollte auf einen regelkonformen Handel achten, der mögliche Strafen durch US-Behörden und Sanktionen durch Amazon ausschließt. Abhängig vom Produkt müssen Einfuhrbestimmungen beachtet sowie Vorgaben für Zertifizierungen und Lizenzen geprüft werden. Hinzu kommt die um die Herstellerhaftung ergänzte Produkthaftung in den USA, die es zu berücksichtigen gilt.

Das Thema Sales-Tax ist für Onlinehändler auf dem US-Markt ebenfalls wichtig. Immer noch glauben viele, dass die US-amerikanische Verkaufssteuer sie nicht betrifft, da sie im Ausland sitzen und ausschließlich via Internet an US-Konsumenten verkaufen. Das ist jedoch häufig nicht richtig. Wenn du Probleme bei deinem Onlinehandel in den USA vermeiden möchtest, solltest du dich zumindest soweit mit Sales-Tax beschäftigen, dass du die entscheidenden Regelungen kennst.

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US-Verkaufssteuern sind nicht einheitlich geregelt!

Sales-Tax in den USA ist das US-amerikanische Pendant zur deutschen Umsatzsteuer, allerdings mit wichtigen Unterschieden. Der wahrscheinlich wichtigste: Sales-Tax ist in den USA nicht einheitlich auf Bundesebene geregelt, weshalb die verschiedenen Bundesstaaten unterschiedlich hohe Verkaufssteuern erheben. Zusätzlich haben die Kommunen (Counties) in den Bundesstaaten die Möglichkeit, nochmals bis zu 1,5% auf die Steuer aufzuschlagen. Dadurch variiert sie oft selbst innerhalb der Bundesstaaten.

Bleibt die Frage: Ist das alles nicht völlig unwichtig für dich als ausländischen Händler? Generell müssen sich Händler in den USA doch nur in dem Bundesstaat um Sales Tax kümmern, in dem sie ihren Sitz haben. Das heißt dann doch eigentlich, dass Händler aus dem Ausland weder Sales Tax erheben noch abführen müssen. Und so wäre es auch, wenn … man nicht noch den sogenannten steuerlichen Nexus bedenken müsste.

Wann müssen ausländische Onlinehändler Sales Tax abführen?

Was bedeutet ein steuerlicher Nexus? Wenn ein steuerlicher Nexus in einem US-Bundesstaat besteht, ist man dort verpflichtet, Sales-Tax zu erheben und abzuführen, egal ob dort ein offizieller Firmensitz besteht oder nicht. Wann ein sogenannter Nexus besteht, legt wiederum jeder Bundesstaat selbst fest. Ein steuerlicher Nexus ergibt sich in der Regel, wenn in einem Bundesstaat Mitarbeiter beschäftigt, Büros oder Show-Rooms betrieben werden oder zum Beispiel Werbung auf Plakatwänden geschaltet wird.

Für dich als Online-Händler, der FBA (Fulfillment by Amazon) nutzt oder nutzen möchte, ist eine andere Regel die entscheidende. Wenn Waren in einem Bundesstaat lagern, löst das einen Nexus aus, also eine Art Betriebsstätte. Dabei ist es unerheblich, ob die Ware in einem eigenen oder einem fremden Lager steht. Das heißt, nahezu jedes FBA-Center löst Nexus aus. Virginia bildet eine Ausnahme – hier ist der Umstand Ware im FBA Center zu lagern allein nicht ausreichend, um einen Nexus zu begründen. In Delaware sowie New Hampshire gibt es Sales Tax generell nicht, somit ist das Thema dort irrelevant. Als Händler solltest du im Auge behalten, in welchen FBA-Centern deine Ware lagert und ob du in diesen Bundesstaaten relevante Verkäufe hast.

Was tun, wenn man als Händler Sales-Tax erheben muss?

Um steuerlich regelkonform zu sein, wirst du dich als FBA-ler in den USA zumindest in den US-Bundesstaat steuerlich registrieren lassen müssen, in denen deine Ware lagert. Das gilt natürlich nur, sofern du dort auch verkaufst! Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob du mit einer US- oder europäischen Gesellschaft arbeitest. Was ist dann zu tun?

Eine solche steuerliche Registrierung ist mit einer ausländischen Gesellschaft erheblich schwieriger und zeitraubender als mit einer US-Gesellschaft. Der bürokratische Ablauf der zuständigen Behörden in den USA ist nicht immer auf ausländische Firmen eingestellt.

Bist du im Besitz der Steuernummer des gewünschten Bundesstaats, kannst du anfangen, Sales-Tax für deine Produkte zu berechnen und abzuführen. Generell werden Preise bei amazon.com, wie in den USA üblich, zunächst netto angezeigt. Ist nun die Berechnung von Sales Tax erwünscht, schlägt Amazon die Steuer im Warenkorb automatisch in korrekter Höhe auf. Nun müssen nach Maßgabe des jeweiligen Bundesstaates Sales-Tax Reports eingereicht und entsprechende Steuern abgeführt werden (vergleichbar mit der Umsatzsteuervoranmeldung in Deutschland). Je nach Umsatzhöhe, müssen diese Reports jährlich, vierteljährlich oder monatlich abgegeben werden. Die Einstufung nimmt der jeweilige Bundesstaat vor und der Entscheidung ist Folge zu leisten.

Das bedeutet Aufwand – in Bezug auf Zeit und Kosten. Aufgrund der Umsatzchancen in den USA lohnt sich die Mühe aber in der Regel. Zudem kommt man erst in die Pflicht, wenn man Verkäufe generiert. In der Praxis lässt man sich daher meistens erst dann registrieren, wenn man glaubt, in den betreffenden Staaten relevante Umsätze zu erzielen. Oft ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung bei Themen wie Sales-Tax in Anspruch zu nehmen. So lässt sich Zeit sparen. Du vermeidest zudem teure Fehler beim Umgang mit USamerikanischen Behörden und kannst dich beruhigt auf dein Kerngeschäft konzentrieren.

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ALTON unterstützt Onlinehändler auf dem US-Markt

Das Unternehmen ALTON kann dich bei allen Schritten rund um den Verkauf auf amazon.com in den USA beraten und übernimmt bei Bedarf auch komplette Aufgaben für dich. Neben der beratenden Tätigkeit, unterstützen wir auch gerne bei administrativen Aufgaben wie steuerlichen Registrierungen oder der Gründung von US-Gesellschaften.

Zusätzlich bieten wir praktische Services wie einen Rücksendeservice nach Europa (FBA und MFN), einen Buchhaltungsservice – natürlich inklusive Sales-Tax-Reporting – oder die Vermittlung eines Geschäftskontos bei einer amerikanischen Bank (interessant, um von den Wechselkursen und Gebühren Amazons unabhängig zu sein). Da wir hier nicht alles auflisten können, fragt doch einfach nach, ob wir auch für eure Anliegen die richtige Lösung haben!

Mit ALTON an deiner Seite schaffst du schnell und einfach die nötigen Voraussetzungen für einen regelkonformen Verkauf in den USA. Wir bauen dir ein starkes Fundament, damit du nachhaltig viel Umsatz und gute Gewinne erzielen kannst.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar, sondern dient lediglich der allgemeinen Information. Rechtliche und steuerliche Beratung kann durch Rechtsanwälte oder Steuerberater in unserem Netzwerk in Anspruch genommen werden.

Endnotes:
  1. : #close-alert

Source URL: http://privatelabeljourney.de/sales-tax-usa/